Es ist ein Phänomen, das man bisher nur aus Entwicklungsländern kannte: Immer mehr Landwirte können im besten Steinmeier-Deutschland aller Zeiten vor Existenzsorgen nicht mehr schlafen und begehen Selbstmord! Der Grund: Ihre Kosten explodieren bei immer weiter fallenden Preisen und immer neuen EU- Auflagen.
Vor allem in Baden-Württemberg haben mehrere Suizide von Bauern die Landesregierung alarmiert. Die Agrarminister der Bundesländer fordern eine Untersuchung zur mentalen Gesundheit von Landwirten.
Tatsächlich stehen immer mehr Landwirte hierzulande unter großem Druck: „Aus Erfahrung weiß ich: Jeder Landwirt kennt ungefähr drei andere Landwirte, die Suizid begangen haben“, sagte die auf Depressionen bei Landwirten spezialisierte Psychotherapeutin Karen Hendrix dem Berliner „Tagesspiegel“.
Auffallend hohe Suizidraten unter Bauern kannte man bisher hauptsächlich aus Entwicklungsländern bekannt. So verübten indische Bauern vor einigen Jahren massenweise Selbstmorde, nachdem sie zuvor auf Versprechungen des Agrar-Chemieriesen Monsanto hereingefallen waren.
Spritpreis-Krise verschärft die Probleme
Nun will die Stuttgarter Landesregierung 350.000 Euro für Vertrauensleute bereitstellen. Die neuen „Kümmerer“ sollen auch auf Hinweise von außen, etwa von nahestehenden Personen oder Ämtern, aktiv werden. Ämter und Nachbarn können oder sollen also künftig veranlassen, dass Bauern psychisch behandelt werden.
Die aktuelle Spritpreis-Krise verschärft die Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Sie fühlen sich von der Bundesregierung im Stich gelassen. In der ARD-Tagesschau rechnete ein Landwirt vor: „Wir haben letztens einen Tag gefahren, da waren 2.000 Euro weg.“. Aus existenziellen Sorgen könne er oft nicht schlafen. Aber mit der Aussaat könne er nicht warten, bis der Diesel wieder billiger werde. Tatsächlich ist im Frühjahr und bei der Ernte im Herbst der Energiebedarf der Landwirte besonders hoch.