Gewinner und Verlierer der Woche

Gewinner

Laura Strohschneider (29), bisher Landesvorsitzende der Jungen Union (JU) Brandenburg, hat mit ihrem Austritt aus der CDU Mut bewiesen und ein klares Zeichen gegen den Kanzler-Versager Friedrich Merz gesetzt. Die selbstständige Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens im Bereich Vermietung und Hausverwaltung erklärte: „Ich kann das den Leuten gegenüber nicht mehr rechtfertigen!“ Sie meint die Politik ihrer (Ex-) Partei.

Die 29-Jährige warf der Bundes-CDU und Merz vor, in der Koalition mit der SPD die eigene Glaubwürdigkeit und konservative Inhalte preisgegeben zu haben. Sie schäme sich für die Bundespolitik.

„Dass unserem Spitzenpersonal die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, ist für mich ein Symptom eines tieferliegenden Problems“, heißt es in der Rücktrittserklärung. Und weiter: „Auch die inhaltliche Richtung, die diese Bundesregierung fährt, ist meines Erachtens nicht die, für die wir Wahlkampf gemacht und für die uns die Wähler ihre Stimme geschenkt haben.“

Die ehemalige JU-Landeschefin kritisierte gegenüber dpa auch den Personalumbau von Merz: „Die Personalrochade ist für mich ein Symptom der Glaubwürdigkeitskrise der CDU.“ Sie habe auf einen Kurswechsel gehofft – „diese Chance hat Friedrich Merz aus meiner Sicht nicht genutzt. Im Gegenteil: Die politische Munition, die ihm der Rücktritt von Jens Spahn verschafft hat, hat er gegen die eigene Partei eingesetzt.“

Der Deutschland-Kurier meint: Respekt – aber es gibt immer eine Alternative!

Verlierer

Noch-Kanzler Friedrich Merz (70/CDU), der spätestens seit dem Klamauk um sein Kabinettsstückwerk nur noch wie ein Schatten seiner selbst wirkt, hat sich in den Sommerurlaub, mutmaßlich an den Tegernsee, verabschiedet. Zu seiner Urlaubslektüre gehört „Das Narrenschiff“ von Christoph Hein. In seinem 2025 erschienenen Gesellschaftsroman zeichnet der Schriftsteller ein Panorama der DDR-Geschichte. Er vergleicht die DDR mit einem Schiff, dessen Mannschaft zwar gemeinsame Sache macht, aber im Grunde ziellos auf Kollisionskurs steuert. Eine Metapher, die sich mit Blick auf die schwarz-rote Chaos-Regierung geradezu aufdrängt.

Andere vergleichen Merz inzwischen mit einem „Shit Magnet“. Das sind – bildlich gesprochen – Menschen, denen das Missgeschick anhaftet wie ein zäher Kaugummi unter der Schuhsohle. Wie auch immer:

Um Friedrich Merz wird es immer einsamer. Selbst die Springer-Presse, im Zweifel noch immer ein treuer Verbündeter der Union, lässt ihn fallen. Vorstandschef Mathias Döpfner persönlich soll Merz zum Abschuss freigegeben haben, sagt der Verlags-Flurfunk.

Aus der Fraktion werden genüsslich anonyme Zitate wie „Er kann nicht Kanzler! Er kann es einfach nicht!“ kolportiert. Die Frage sei nicht, „ob sie mit ihm weitermachen, sondern wie lange sie dem Ganzen noch zuschauen wollen“, ätzt „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt.

Laut „Spiegel“ bahnt sich in der Union eine „Palast-Revolte“ an. In der Partei glaube praktisch niemand mehr daran, dass Merz politisch noch eine Zukunft habe. Intern werde über einen Rückzug oder einen erzwungenen Abgang des Kanzlers nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gesprochen.

Derweil proben die Ost-Ministerpräsidenten der CDU bereits offen den Aufstand, die Brandenburger JU-Chefin trat wegen Merz demonstrativ aus der CDU aus. Wolfgang Schäuble, lebte er noch, würde sagen: „Isch over, Fritz!“

Der Deutschland-Kurier meint: Kanzlerdämmerung? Kanzlerfinsternis!

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