Wer steckt wirklich hinter der dubiosen Leihstimmen-Kampagne in Sachsen-Anhalt? DK-Interview mit dem NGO-Experten der AfD-Landtagsfraktion Gordon Köhler

In Sachsen-Anhalt läuft eine massive linksgrüne Leihstimmen-Kampagne unter dem Etikettenschwindel „Taktisch Wählen“, um „Grünen“ und SPD bei der Landtagswahl am 6. September über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen. Ziel ist es, eine absolute Mandatsmehrheit der AfD und damit einen Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund möglichst zu verhindern. Gordon Köhler, NGO-Experte der Magdeburger AfD-Landtagsfraktion, nimmt die Akteure im Interview mit dem Deutschland-Kurier genauer unter die Lupe.

Deutschland-Kurier: Herr Köhler, wer steckt nach Ihren Erkenntnissen hinter der angeblich überparteilichen Initiative „Taktisch Wählen“ (TW), mit der vor allem CDU-Wähler bewegt werden sollen, in ausgesuchten Wahlbezirken „Grüne“ oder SPD zu wählen?

Gordon Köhler: Die Berliner Agentur „The Goodforces GmbH“ trägt „Taktisch Wählen“ (TW) und tritt auch im Impressum auf. Diese Agentur wird durch zwei Geschäftsführer vertreten: Patrick Haermeyer und Peter Jelinek. Beide eint eine enge Verbindung zu den Grünen. Peter Jelinek war Berater der Fraktion Grüne/EFA im europäischen Parlament. Patrick Haermeyer war für die Grünen im Stadtrat von Mannheim vertreten und wirkte im US-amerikanischen Vorwahlkampf im Team des ultralinken Senator Bernie Sanders mit.

Deutschland-Kurier: Laut Medienberichten ist das längst nicht alles…

Gordon Köhler: Stimmt! Wie die FAZ ausführlich dokumentiert hat, griff die Agentur im Baden-Württembergischen Landtagswahlkampf 2026 das „Rehaugen-Video“ gegen CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel auf und verstärkte es massiv über Creator-Netzwerke (bis zu neun Millionen Aufrufe). Hintergrund war: In dem Clip von 2018 schilderte der damals 29-jährige Abgeordnete einen Schulbesuch und äußerte sich über das Aussehen einer minderjährigen Schülerin mit den Worten: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen…“. Jelinek prahlte später selbst mit dieser Kampagne.

Wenn man sich das ganze Konstrukt genauer ansieht, stößt man auf folgende Verflechtungen: Mehrheitsgesellschafter der „The Goodforces GmbH“ ist die „Good Choice Holding GmbH“, deren Hauptgesellschafterin die Geschäftsführerin der „Goodwins“ ist. Eine Gesellschaft, die Anfang 2026 die Wahlkampfkampagne der Grünen im Landtagswahlkampf von Rheinland-Pfalz entwickelt und betreut hat.

Von wegen überparteilich

Deutschland-Kurier: Man könnte also durchaus von einer Art Fünften Kolonne der „Grünen“ sprechen, oder?

Gordon Köhler: Hier steht ganz klar ein grünes Netzwerk im Hintergrund, welches alles andere als überparteilich, unprofessionell und ehrenamtlich ist.

Deutschland-Kurier: Wie genau läuft diese Kampagne ab? Man hört von Online-Tools und „Haustürbesuchen“…

Gordon Köhler: „Taktisch Wählen“ beschränkt sich nicht nur auf die Verteilung von Flyern, sie haben z.B. ein Online-Tool entwickelt und organisieren Haustürbesuche. Auf Ihrer Homepage selbst kann mittels Postleitzahl geprüft werden, welcher Kandidat am „aussichtsreichsten“ für die Erststimme im Wahlkreis in Betracht kommt. Bei der Zweitstimme hingegen werden dann ausschließlich SPD und Grüne beworben. Aus meinem persönlichen Umfeld wurden mir Beispiele für diese Haustürgespräche gegeben. So haben drei junge Menschen versucht, potentielle Wähler umzustimmen. Wobei diese Versuche wohl weder sonderlich ausgefeilt noch geistreich waren.    

Klassischer grün-roter NGO-Filz

Deutschland-Kurier: Mit Sicherheit dürfte diese Kampagne einiges kosten. Haben Sie Erkenntnisse über die Finanziers im Hintergrund?

Gordon Köhler: „Taktisch Wählen“ gibt sich offiziell als „überparteilich“ und gegen eine AfD-Mehrheit. Sie ist aber ein klassisches Beispiel für grün-rote NGO-Politik und deren Finanzierung. Laut Angaben der FAZ fließen keine staatlichen Mittel, sondern Aufträge von NGOs und zivilgesellschaftlichen Organisationen plus private Spenden über den Verein „tgf media“. Ein Verein, der selbst wiederum „The Goodforces GmbH“ auf der eigenen Homepage bewirbt. 

Konkrete Geldgeber der aktuellen Kampagne bleiben dabei aktuell undurchsichtig. Das ist kein Zufall, sondern systematisch. Es handelt sich um ein professionelles, parteinah vernetztes Gebilde, das den öffentlichen Diskurs und taktische Wahlentscheidungen im Sinne des rot-grünen Spektrums steuert.

Deutschland-Kurier: Tauchen in diesem Umfeld weitere „alte Bekannte“ auf?

Gordon Köhler: Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass auch „Campact“ – mit circa 2,5 Mio. Euro – versucht, die Wahlkämpfe in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu beeinflussen. Hier gibt es eine konkrete Summe und einen Eindruck, welche Größenordnungen im Spiel sind.

Hat die EU ihre Finger im Spiel?

Deutschland-Kurier: Können Sie ausschließen, dass der einschlägig umtriebige US-Milliardär George Soros mit seinen diversen NGO’s mitmischt, dass möglicherweise Geld auch aus Brüssel kommt. Immerhin hat einer der Akteure, Stichwort Jelinek, beste Verbindungen nach Brüssel…

Gordon Köhler: Jeder der sich mit Soros und linken NGO`s auseinandersetzt, weiß, dass es nicht auszuschließen ist. Das vollständige Konstrukt und die dazugehörigen Finanzströme, egal aus welcher politischen Ebene müssen genaustens untersucht werden. Wir stehen jedoch erst am Anfang von tiefergehenden Prüfungen und notwendigen Recherchen. Am Ende sind es ja aber genau diese Netzwerke aus Vereinen und auch Gesellschaften, welche die Geldströme schwer nachvollziehbar machen sollen.

Deutschland-Kurier: Riecht diese vorgeblich überparteiliche Kampagne nicht geradezu nach verdeckter Parteienfinanzierung, womöglich aus dem Ausland? 

Gordon Köhler: Es werden klare Wahlempfehlungen für SPD und Grüne abgegeben, daher ist es nach meiner Auffassung auch verdeckte Parteienfinanzierung. Interessant ist hierbei die Art der politischen Herangehensweise. In Amerika nennt sich so etwas „Astroturfing“. Darunter lässt sich kurzgefasst folgendes verstehen: Mit dem Anschein von Unabhängigkeit oder auch Überparteilichkeit wird für ein Produkt oder eben eine politische Position geworben. 

Deutschland-Kurier: Mit Blick auf die Fünf-Prozent-Hürde könnte es am Wahlabend für die SPD, mehr noch für die „Grünen“, schon auf wenige tausend Stimmen ankommen. Was plant die AfD, um diese gefährliche linksgrüne Kampagne zu durchkreuzen?

Gordon Köhler: Wir setzen in der heißen Wahlkampfphase weiterhin auf unsere eigenen Inhalte. Alles Themen, die den meisten Menschen im Alltag begegnen und konkrete Auswirkungen auf ihr Leben haben.

Wir setzen auf die Kraft einer positiven Botschaft, unserer Vision2026. Was nicht heißt, dass wir nicht aufmerksam bleiben und diese ganze Kampagne entsprechend kritisch beobachten. 

Kannibalisierung der Union

Deutschland-Kurier: Erwägt die AfD juristische Schritte?

Gordon Köhler: Wir behalten uns notwendige, und wo angezeigt auch juristische Schritte vor – jetzt und im Nachgang zur Landtagswahl am 6. September. Darüber hinaus steht für uns die Wahlbeobachtung wieder klar im Fokus. Wir sind bemüht, eine möglichst flächendeckende Beobachtung der Auszählungen zu organisieren.

Deutschland-Kurier: Welche konkrete Botschaft haben Sie an die Wähler in Sachsen-Anhalt im Hinblick auf diese dubiose Kampagne?

Gordon Köhler: Ich denke, dass kein Wähler der AfD sich davon beeindrucken lässt. Hier versucht der linksgrüne Komplex, die eigene Macht durch Kannibalisierung vor allem der Union, vielleicht auch der Linkspartei, zu erhalten. Wir machen den Menschen, die noch nicht von uns überzeugt sind, ein ehrliches Gegenangebot: Egal ob bei Freiheit, Gesundheit, Sicherheit – alles ist möglich. Das gibt es nur mit uns. Und jede Stimme für eine linke Kleinpartei verhindert diesen Wandel!

Neueste Beiträge

Beliebteste Beiträge

Ähnliche Beiträge