Nach der Parlamentswahl steckt Israel aufgrund des Patts zwischen den zionistischen Blöcken politisch in einer Sackgasse. Weder das Lager von Premierminister Benjamin Netanjahu noch das Oppositionsbündnis seines Herausforderers Gadi Eisenkot haben eine regierungsfähige Mehrheit erreicht.
Den vorläufigen Daten der Zentralen Wahlkommission zufolge ergibt sich nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen folgendes Bild:
► Das rechtsreligiöse Regierungslager von Netanjahu kommt auf 53 bis 54 Sitze. Netanjahus Likud-Partei bleibt mit etwa 26 bis 27 Mandaten die stärkste Einzelkraft im Parlament.
► Das zentristische Oppositionsbündnis rund um die Jaschar-Partei von Eisenkot erreicht 48 bis 49 Sitze.
Die Listen der arabischen Israelis verzeichnen historische Gewinne und legen auf 17 bis 19 Sitze zu. Sie könnten die „Königsmacher“ werden; allerdings lehnen beide Blöcke eine Zusammenarbeit mit den Arabern bisher ab.
Laut Medienberichten versucht Netanjahu, Abgeordnete aus dem gegnerischen Lager auf seine Seite zu ziehen, um doch noch auf eine Mehrheit zu kommen. Er braucht 61 der 120 Sitze in der Knesset (Landesparlament).