In der anhaltenden Debatte um einen möglichen erzwungenen Rücktritt von Friedrich Merz (CDU) haben sich führende CDU-Politiker jetzt an die Seite des Kanzlers gestellt: Es brauche keine „Showdebatten“. Das lässt zwei Interpretationen zu: 1. Es könnte sich um reine Pflichtübungen handeln. 2. Die CDU bekommt – wieder einmal – Angst vor der eigenen Courage!
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sagte laut „Spiegel“, Deutschland brauche jetzt keine Personaldiskussionen, sondern entschlossenes Handeln und mutige Reformen. Das CDU-Präsidiumsmitglied gilt als einer der Anwärter auf die Kanzler-Nachfolge und war nach dem CDU-Inferno in Sachsen-Anhalt mit deutlicher Kritik am Kurs der Regierung aufgefallen.
Neben Rhein stellte sich auch die Vorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, hinter Merz und kritisierte die anhaltende Diskussion.
Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher äußerte ebenfalls ihren Unmut über die Personaldebatte. Sie sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Die Lage im Land ändert sich nicht dadurch, dass wahllos Köpfe ausgetauscht werden.“ Die Bundesregierung stehe vor gigantischen Aufgaben und die Menschen würden zu Recht erwarten, dass die angekündigten Reformen kommen. Darauf müsse die Union ihre gesamte Kraft konzentrieren, „anstatt wertvolle Energie in ermüdenden Personaldiskussionen zu verschwenden.“
Fallen sie jetzt reihenweise wieder um?
Nach anfänglicher Kritik kommt nun aus Mecklenburg-Vorpommern der erste Rückzieher. Nachdem Tino Schomann (CDU), stellvertretender CDU-Landesparteichef im Nordosten, dieser Tage noch den Rücktritt von Merz gefordert hatte, gibt es aus dem Landesverband trotz des sich abzeichnenden Debakels bei der Landtagswahl am Sonntag Unterstützung für Merz: „Die Personaldiskussionen lösen keine Probleme“, sagte der CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters dem „Spiegel“. Wer solche Debatten befeuere, müsse sich auch fragen, „mit welchem Szenario er eigentlich plant.“
Aus den Reihen der Jungen Union (JU) hatte zuletzt Bundesschatzmeisterin Clara von Nathusius dem Kanzler öffentlich den Rückzug auch als CDU-Chef nahegelegt. Mit Merz seien „keine Wahlen mehr zu gewinnen“.
Fallen sie jetzt reihenweise wieder alle um in der CDU?