Neue Umfragen dürften den Abgang von Noch-Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am kommenden Sonntag noch beschleunigen: Der kritische KIPP-PUNKT 20:30 ist da! Die AfD liegt bundesweit zehn Punkte vor CDU und CSU. In einer Umfrage sind es sogar 11 Punkte. Einem Medienbericht zufolge will Merz partei-intern die Vertrauensfrage stellen.
Nach dem CDU-Inferno bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben mehrere renommierte Meinungsforschungsinstitute neue bundesweite Sonntagsfragen veröffentlicht. Sie sehen die AfD deutlich vor der Union. Die AfD erreicht einen historischen Höchstwert von 30 Prozent, während die Union auf 20 Prozent abrutscht.
Mit anderen Worten: Der KIPP-PUNKT ist erreicht – 20:30 war die Marke, die unions-intern stets als das sprichwörtliche „Bis- hierhin-und-nicht-weiter!“ galt.
Laut dem neuen Wahltrend der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) vom 14. September 2026 klettert die AfD auf einen neuen Höchstwert von 30,0 Prozent, während CDU und CSU bei 20,0 Prozent stagnieren. Damit vergrößert sich der Abstand auf deutliche zehn Prozentpunkte.
In einer brandaktuellen YouGov-Umfrage wächst die Differenz sogar auf 11 Prozentpunkte. Die AfD steht hier bei 29 Prozent, während CDU und CSU auf ein Allzeittief von 18 Prozent fallen. Zugleich bröckelt laut YouGov die Zustimmung zur Merz’schen „Brandmauer“: 51 Prozent lehnen einen grundsätzlichen Ausschluss der AfD von Koalitionen inzwischen ab, nach zuletzt 44 Prozent im August.
Unionskreise: „Stützen oder stürzen!“
In der Union heißt es zu den neuen Umfrage-Klatschen: „Das ist der Tropfen, der zusammen mit den Landtagswahlen das Fass zum Überlaufen bringt! Jetzt ist Schluss!“ Einem Medienbericht zufolge will Merz am Abend der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin das Präsidium in der Parteizentrale zusammentrommeln und partei-intern eine „indirekte Vertrauensfrage“ stellen.
Das Portal „Table Media“ berichtet, Merz wolle die Unionsspitze vor die Wahl stellen, ihn trotz katastrophaler Wahlergebnisse und Umfragen bei einem verschärften Reformkurs gegenüber der SPD zu stützen – oder ihn abzulösen. Die Bedingung im zweiten Fall sei aber: Das Präsidium müsse ihm dann einen Nachfolger benennen.
In der Union kursiert laut „Table Media“ die Formel „stützen oder stürzen“.
Derweil dreht sich das Karussell potentieller Nachfolger immer schneller: Außer den Unions-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (NRW), Markus Söder (Bayern) und Boris Rhein (Hessen) wird laut „Bild“ auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) als möglicher Kanzler-Kompromisskandidat gehandelt.