Sein ausführliches Höcke-Interview machte ihn zu einem der erfolgreichsten Podcaster Deutschlands. Nun will die nordrhein-westfälische Landesanstalt für Medien, dass Ben Berndt sein viel beachtetes vierstündiges Gespräch mit dem Thüringer AfD-Chef nachträglich ändert. Der Podcaster, den bis April 2026 kaum jemand kannte, spricht von Zensur und will das nicht hinnehmen.
Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen hat Ben Berndt aufgefordert, sein Gespräch mit dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke nachträglich zu bearbeiten. Die Folge seines Podcasts „ungeskriptet“ wurde seit Ende April mehr als sechs Millionen Mal aufgerufen und machte den 41-jährigen bundesweit bekannt.
Auslöser der Zensur-Attacke ist eine Passage über Höckes Verurteilungen wegen der Parole „Alles für Deutschland“, wie u.a. die „Junge Freiheit“ berichtet. Der AfD-Politiker schilderte im Gespräch seine Sicht auf die Gerichtsverfahren.
Die Landesmedienanstalt moniert, dass Berndt diese Darstellung nicht nachträglich eingeordnet oder korrigiert habe. Berndts Firma, die „ungeskriptet media GmbH“, wurde aufgefordert, bis zum 30. Juni mitzuteilen, ob Podcaster Berndt die diesbezügliche Höcke-Folge auf den verschiedenen Plattformen angepasst und um eine Erläuterung ergänzt haben wird.
Berndt reagierte scharf. „Der Staat will mich zensieren. Da habt ihr euch den Falschen ausgesucht“, schrieb er auf X. In einem Video las er aus dem Schreiben vor und machte sich über den Slogan der Behörde lustig. Die NRW-Landesanstalt wirbt ausgerechnet mit dem Motto: „Der Meinungsfreiheit verpflichtet.“