Russland dreht den Ölhahn zu: Berlin und Brandenburg zittern dem 1. Mai entgegen

Berlin und Brandenburg schauen sorgenvoll auf den 1. Mai: Wegen des von Russland angekündigten Leitungs-Stopps von Öl aus Kasachstan durch die Druschba-Pipeline droht in der Region eine akute Mangellage bei der Versorgung u.a. mit  Sprit, Kerosin und Heizöl.

Neun von zehn Autos in Berlin und Brandenburg fahren mit Sprit aus Schwedt, wohin das Öl in die PCK-Raffinerie fließt. Etwa 80 Prozent des am Hauptstadtflughafen BER benötigten Kerosins kommt von dort.

Ab 1. Mai will Russland die Durchleitung von Öl aus Kasachstan bis auf weiteres einstellen. Die Vermutung liegt nahe, dass Moskau damit auf das jüngste EU-Sanktionspaket reagiert (das 20. seiner Art) und den ohnedies bereits eingeleiteten Ausstieg der EU aus russischen Öl-Lieferungen.

Wie wichtig ist die PCK-Raffinerie?

Die Sorge nicht nur in der unmittelbaren Region wächst, dass die Treibstoff-Produktion einbricht. Das Öl aus Kasachstan macht nach Angaben der Potsdamer Landesregierung rund ein Fünftel der gesamten in Schwedt ankommenden Rohöl-Menge aus. Ein Ausfall wäre eine Katastrophe, sagte der PCK- Betriebsratsvorsitzende Danny Ruthenburg.

Denn nicht nur im Großraum Berlin/Brandenburg sondern auch an vielen deutschen Zapfsäulen sprudelt Benzin und Diesel aus den Anlagen in Schwedt. PCK beliefert weite Teile Nordostdeutschlands mit Treibstoffen.

Die Raffinerie stellt zudem Bitumen als Bindemittel für Asphalt her. Auch Bitumen dürfte knapp werden. Das trifft vor allem die Bauindustrie. „Nach Einschätzung unserer Mitgliedsunternehmen wird es mit großer Wahrscheinlichkeit zumindest kurzfristig zu Versorgungsengpässen bei Bitumen in unserer Region kommen“, warnt der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost, Robert Momberg.

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