Der kulturpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt und stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Hans-Thomas Tillschneider hat sich für eine „Renaissance des Christentums“ ausgesprochen. Zugleich bekräftigte er den Anspruch der AfD, die christlichste Partei Deutschlands zu sein. Es gebe keinen inhaltlichen Gegensatz zwischen Christentum und AfD – „im Gegenteil“. Tillschneider, der als einer der großen Vordenker in der AfD gilt, äußerte sich gegenüber dem konservativ-katholischen Magazin „Corrigienda“.
Seitdem sich die AfD fest in der deutschen Parteienlandschaft etabliert hat, beschäftigt eine Frage sowohl Parteimitglieder als auch Amtskirchen-Funktionäre: Ist die AfD eine christliche Partei?
Tillschneider beantwortet die Frage mit einem ganz klaren Ja! Er betont, dass „uns das Christentum historisch nähersteht als das längst vergangene Heidentum“. Über das Verhältnis von Heidentum und Christentum sollte aber versöhnlich gesprochen werden.
Der AfD-Politiker erinnerte daran, dass das Christentum von der Benennung des Osterfestes über den Weihnachtsbaum bis hin zur Terminierung der großen Feste „viel heidnisches Erbe in sich aufgenommen“ habe. Es sei ein „deutsches Christentum“ entstanden, welches „die Gestalt unseres Weges zu Gott bildet“. Im Sinne einer gewissen neuheidnischen Naturreligiosität könnten Sommer- und Wintersonnenwenden durchaus als Teil des Brauchtums betrachtet werden.
Diese Feste seien lange vor den Nationalsozialisten gefeiert worden und sind Tillschneider zufolge durch den Missbrauch in der NS-Ideologie „keinesfalls für alle Zukunft umgeprägt und diskreditiert“. Es gebe zahlreiche Vereinigungen für neugermanisches Heidentum, die mit der NS-Diktatur nichts zu tun hätten.
„Es wäre eine Aufgabe der Medien, im Sinne sachlicher Information ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jemand, der solche Feste feiert, deshalb kein Nationalsozialist sein muss“, unterstrich der AfD-Politiker.