Alle reden von Friedrich Merz – wir auch, aber nicht nur. Sollte der unfähigste Kanzler aller Zeiten nach den Landtagswahlen am kommenden Sonntag stürzen, würden mit ihm auch mindestens fünf mindestens genauso unfähige Günstlinge gehen müssen.
▶ Wolfram Weimer, der skandalumwitterte Lobby-affine Kulturstaatsminister im Kanzleramt, ist der wohl unterwürfigste Merz-Paladin in der Regierung. In der aktuellen Debatte um einen möglichen Kanzlersturz nannte dieser königliche Speichellecker Merz gar einen „Marathonmann“, der mit seiner dicken Teflonschicht („große innere Resilienz“) auch diese Krise überstehen werde. Böse Zungen in der Union sagen: Wer Merz in den Hintern kriechen wolle, müsse Weimer vorher rausziehen.
▶ Gleich hinter Weimer kommt der ebenfalls skandalumwitterte Lobby-affine Merz-Günstling Philipp Amthor. Der windschnittige Prototyp eines CDU-Karrieristen gilt seit Jahren als enger Merz-Vertrauter. Die Belohnung erfolgte bei der Kabinetts-Rochade im Juli mit der Ernennung zum Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt. Nach unbestätigten Berichten soll Amthor auf seinem Nachttisch ein Foto von Friedrich Merz stehen haben.
▶ Über Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sind die verschiedensten Attribute im Umlauf: „Kriegstreiber“, „Baerbock-Double“, „Fettnapf-Akrobat“, „Riesenstaatsmann“, „Bundesminister der äußersten Unfähigkeit“, „Friesenwitz auf zwei Beinen“. Wadephul gilt ebenfalls als Hofschranze von Merz: „Er ist der Boss!“ Der Kanzler ruft diese Karikatur eines Außenministers bezeichnenderweise beim Spitznamen „Joe Kurz“. Kurz deshalb, weil Merz ihn in der Außenpolitik vorsichtshalber an der kurzen Leine hält.
▶ Ex-Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gehört sozusagen als Marketenderin zum langjährigen Merz-Tross. Der schwarz-rote Kahlschlag im Gesundheitswesen geht maßgeblich auf ihr Konto. Mit ihrer Ernennung zur Chefin des Bundeskanzleramts hat sich Warken als eine der wichtigsten Satelliten im Merz’schen Machtkosmos etabliert. Schon klar, dass es jetzt aus ihrer Sicht „das Falscheste“ wäre, Personalfragen zu stellen.
▶ Ein Kanzler, der es nicht kann, braucht einen Gehilfen an seiner Seite, der es auch nicht kann. So oder so ähnlich mag Friedrich Merz gedacht haben, als er Thorsten Frei (CDU), das dampfplaudernde politische Leichtgewicht aus Baden-Württemberg, erst zu seinem Kanzleramtsminister und dann zum CDU/CSU-Fraktionschef machte. Beide bilden sozusagen eine Doppelspitze der Unfähigkeit. Ganz im Sinne von Merz hat „Demokratiebetreuer“ Frei der Ost-CDU Gespräche mit der AfD verboten.