Gewinner und Verlierer der Woche

GEWINNER

Alle reden von Ulrich Siegmund – wir auch, aber nicht nur: Heute reden wir mal von Hans-Thomas Tillschneider (48/AfD), Martin Reichardt (57/AfD) und Oliver Kirchner (60/AfD). Alle drei dürfen sich die Feder des AfD-Erfolges in Sachsen-Anhalt auch an ihren Hut stecken.

Apropos Hut: Der Vergleich mit den drei Musketieren (die eigentlich vier waren) aus dem vielfach verfilmten Roman von Alexandre Dumas drängt sich auf:

Wenn Ulrich Siegmund d’Artagnan ist, dann sind Tillschneider, Reichardt und Kirchner Athos, Porthos und Aramis: „Einer für alle, alle für einen!“

Hans-Thomas Tillschneider, Vordenker der AfD in Sachsen-Anhalt, ist der Spriritus rector, die denkende und treibende Kraft hinter dem Regierungsprogramm der Landespartei. Er fordert die Abschaffung der Kirchensteuer sowie aller staatlichen Leistungen an die Amtskirchen, denen er vorwirft, sie würden nicht mehr das Evangelium verkünden, sondern um das goldene Kalb der Regenbogen-Ideologie (Klima, Migration, Gender) tanzen. Zuletzt ließ Tillschneider aufhorchen, als er für eine Versöhnung von Heidentum und Christentum plädierte, indem er daran erinnerte, dass auch im „deutschen Christentum“ viel germanisches Brauchtum stecke.

Martin Reichardt, AfD-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt, zählt zu den einflussreichsten Köpfen der Partei in Ostdeutschland. Er gehört dem Bundesvorstand an und ist fest in der Gesamtpartei vernetzt. Reichardt ist schwerer Säbel lieber als zartes Florett. Auf dem jüngsten AfD-Parteitag in Magdeburg bezeichnete er die CDU unter Noch-Ministerpräsident Sven Schulze als eine Truppe „machtgieriger Spießer“.

AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner hält Siegmund im Magdeburger Landtag den Rücken frei. Er gehört dem „Verein für klare Aussprache“ an: „Ich möchte, dass Deutschland, dass Sachsen-Anhalt deutsch bleibt! Unsere Heimat ist die Heimat der Deutschen und nicht die Heimat von Völkerwanderungsmigranten.“

Der Deutschland-Kurier meint: Einer für alle, alle für einen!

VERLIERER

„Wer nichts auf Lager hat, stellt alles ins Schaufenster“, sagt ein Sprichwort. Es ist eine Metapher für Blender, die ihre dürftigen Restposten präsentieren, weil sie sonst nichts mehr anzubieten haben. „Grünen“-Chef Felix Banaszak (36) ist so ein Ausverkäufer. Sein einziges und dazu noch billiges Argument im Ostwahlkampf, um den Ökosozialisten über die Fünf-Prozent-Hürde zu verhelfen, lautet: Es gelte, eine „Machtübernahme“ durch die AfD zu verhindern – „bevor es zu spät ist“.

Dass Banaszak (klassische „grüne“ Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal-Karriere) überhaupt durch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg Vorpommern tourt (jetzt auch mit einem eigenen „Wahlkampf-Taxi“, um die Menschen „abzuholen“), entbehrt nicht der Ironie: Mehrfach hat dieser Ökosozialist deutlich durchblicken lassen, dass er mit Deutschland im Allgemeinen und Ostdeutschland im Besonderen wenig anzufangen weiß.

Auf die Frage, ob er Deutschland liebe, antwortete der „Grünen“-Chef ähnlich verkrampft wie einst Deutschland-Hasser Robert Habeck: Er liebe seine Familie sowie ganz konkret „Duisburg und sein Umfeld“. Da wundert nicht, dass Banaszak-Auftritte im heimatstolzen Osten von lauten Protesten begleitet werden.

Der Deutschland-Kurier meint: Auf ein „Bier mit Banaszak“ – nein, danke!

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