Der Tourismusstandort Berlin muss einen herben Dämpfer hinnehmen: Die Fluggesellschaft Ryanair zieht sieben Maschinen inklusive Besatzung vom Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ab und löst ihre dortige Basis auf, wie das Unternehmen mitteilte.
Durch diesen Schritt halbiert sich das jährliche Passagieraufkommen der sogenannten Billig-Airline am BER von 4,5 auf 2,2 Millionen Fluggäste. Zudem werden zwölf Direktziele gestrichen, was den Wegfall von rund 210 Arbeitsplätzen nach sich zieht. Die Flugzeuge sollen künftig in Regionen mit geringeren staatlichen Abgaben eingesetzt werden.
Ryanair begründete den Rückzug mit scharfer Kritik an den Rahmenbedingungen des deutschen Luftverkehrs und bezeichnete den BER als wirtschaftlich unrentabel. Als Hauptursachen nennt die Fluggesellschaft die seit 2019 um mehr als die Hälfte gestiegenen Flughafengebühren, die hohe Luftverkehrssteuer sowie gestiegene Kosten für Flugsicherung und Security. Das dürfte zugleich ein weiteres deutliches Warnsignal für die wirtschaftliche Attraktivität der Hauptstadt vor dem Hintergrund einer drohenden rot-„grün“-roten Landesregierung sein.
David Eckert, tourismuspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, erklärte, Berlin drohe im europäischen Städtewettbewerb weiter an Boden zu verlieren. Der Schritt der Airline müsse als unmissverständlicher Weckruf verstanden werden, um die Rahmenbedingungen für den Luftverkehr in der Hauptstadt dringend zu verbessern.