Schwerer Rückschlag für den deutsch-russischen Kulturaustausch: Als Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin durch die Bundesregierung schließt Moskau seinerseits die Goethe-Institute in Moskau, Sankt Petersburg und Jekaterinburg. Das kündigte der russische Außenminister Sergei Lawrow auf dem 11. Östlichen Wirtschaftsforum (EEF) in Wladiwostok an.
Es handelt sich hierbei ganz offensichtlich um eine Vergeltungsmaßnahme aufgrund der, so Lawrow, „Provokationen“ seitens der deutschen Regierung. Das Goethe-Institut gehörte zu den letzten in Russland noch tätigen deutschen Einrichtungen.
Russlands Außenminister wies erneut alle Anschuldigungen gegen sein Land im Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen scharf zurück. Dabei handele es sich um reine, durch Nichts bewiesene Vermutungen.
In russischen diplomatischen Kreisen hieß es ergänzend, die Bundesregierung habe einen Vorwand gesucht, um die Belastungen der beiderseitigen Beziehungen auf die Spitze zu treiben. Ins Gesamtbild passt: Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag mit einer Drohne auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August telefonierten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) miteinander. Selenskyj lobte ausdrücklich die deutschen Reaktionen und Sanktionen gegen Russland und erklärte, die Ukraine sei bereit, Deutschland mit „Fachwissen, Erfahrung und Expertise“ bei der Drohnenabwehr zu unterstützen.
In Brüssel kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) weitere Sanktionsmaßnahmen gegen Russland an.