Nach der Festnahme des in Kroatien festgenommenen ukrainischen Tauchers Wolodymyr Zhuravlev werden die Zweifel an dessen Mittäterschaft lauter.
Während die Bundesanwaltschaft ihn dringend verdächtigt, an den Sprengungen der Nord Stream-Pipelines im September 2022 beteiligt gewesen zu sein, weisen der Beschuldigte selbst, seine Familie, aber auch ausländische Regierungsstellen die Vorwürfe entschieden zurück. Nach wie vor gibt es generell erhebliche Zweifel an dem angeblich ukrainischen Piratenstück.
Zhuravlevs Verteidiger erklärte Medienberichten zufolge, dass sein Mandant unschuldig sei und mit dem Sabotageakt nichts zu tun habe. Zhuravlevs Ehefrau versicherte im ZDF, dass sich ihr Mann im Ausland weder versteckt habe noch untergetaucht gewesen sei. Er habe sich für „Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film“ in der kroatischen Küstenstadt Pula aufgehalten.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete die deutschen Ermittlungen gegen Zhuravlev mehrfach öffentlich als falsch. Auch die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft weist jegliche staatliche Verwicklung in die Sabotage zurück.
Zhuravlev wurde in Kroatien auf Basis eines europäischen Haftbefehls festgenommen. Kroatische Gerichte müssen nun innerhalb einer gesetzlichen Frist von maximal 60 Tagen über seine Überstellung nach Deutschland entscheiden.
Fundierte Zweifel an der Täterschaft ukrainischer Taucher mit Blick allein schon auf technische und logistische Fragen halten sich bis heute. Der renommierte US-Enthüllungsjournalist, Pulitzerpreis-Träger Seymour Hersh, behauptete im Februar 2023 unter Berufung auf eine hochrangige Quelle in Washington, dass US-Taucher im Auftrag der damaligen Biden-Regierung die Sprengsätze platziert hätten.