Pressestimmen zur Ceuta-Invasion: „Ein Lehrstück über Europas Abhängigkeiten von Drittstaaten!“

Der Kanzler schwafelt angesichts der neuen Migranten-Invasion an der nordafrikanischen Küste hilflos aus dem Urlaub: Ausgerechnet die sozialistische spanische Regierung müsse laut Friedrich Merz die Situation „in den Griff bekommen“. Den Mainstream-Medien scheint zumindest zu dämmern, dass die trügerische Ruhe nach den Ereignissen in Ceuta die sprichwörtliche Ruhe vor dem nächsten Sturm ist. Ein Blick in die morgendliche Presseschau des Deutschlandfunks (dlf).

Das Springer-Blatt WELT warnt: „Ceuta ist ein Lehrstück über Europas Abhängigkeit von Drittstaaten. Die Europäische Union hat große Teile ihres Grenzschutzes faktisch ausgelagert. Die Türkei kontrolliert den Zugang über die Ägäis. Nordafrikanische Staaten kontrollieren zentrale Mittelmeerrouten. Und Marokko kontrolliert Europas einzige Landgrenze zu Afrika. Alle haben eigene Interessen. Migration wird gesteuert. Von Schleusern, ja, aber auch von Staaten, die Migration als Instrument entdeckt haben. Erdoğan hat es Europa vorgeführt. Lukaschenko hat es vorgeführt. Ceuta ist deshalb ein Symbol für Europas migrationspolitische Realität. Die Außengrenze ist nur so stark wie ihre schwächste Stelle. Heute liegt diese Stelle in Ceuta. Morgen kann sie an einem anderen Ort liegen.“

Die linksliberale SÜDDEUTSCHE ZEITUNG stellt berechtigte Fragen: „Die Bilder der Migranten, die den Grenzzaun zur Exklave Ceuta überwinden, sind ein schockierendes Symbol für das, was zu erwarten war und was Europa noch zu erwarten hat: dass viele Menschen aus Afrika ein vermeintlich besseres Leben nicht mehr nur erträumen, sondern sich auch erkämpfen. Zwei Fragen stehen im Raum: Hat Marokko zur Stürmung ermutigt, gar dabei geholfen? Oder fühlen sich die Menschen ermutigt durch das Oberste Gericht Spaniens, das die Abschiebung von Menschen verbot, die schwimmend in die Exklaven gekommen sind? Mindestens zweimal hat Marokko zuletzt Druck auf Spanien ausgeübt, indem es Migrationswilligen durch aktive Untätigkeit den Zugang zu den Grenzzäunen der Exklaven gestattete“, merkt die SZ an.

Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus wendet ein: „Dass Marokko in der EU als sicherer Herkunftsstaat eingestuft ist und die allermeisten Flüchtlinge deshalb ohnehin zurückmüssen, hält sie nicht ab. Umso wichtiger ist es für Europa, Löcher in seinen Grenzen für jene zu stopfen, die keinerlei Berechtigung oder Aussicht haben, Asyl in Europa zu finden.“

Die THÜRINGER ALLGEMEINE aus Erfurt kommentiert: „Ein weiterer Massenansturm muss auf jeden Fall verhindert werden. Andernfalls kommt es in Europa zu einem Dominoeffekt verschärfter Grenzkontrollen. Es wäre das Ende des Schengenraums, der Reisefreiheit ohne regelmäßige Grenzkontrollen gewährt.“

Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf beklagt: „Das Gemeinsame Europäische Asylsystem soll koordinieren, verteilen, schützen. Stattdessen steht Spanien gerade allein da. Wieder einmal (…) Marokko – wie andere Nachbarn Europas – nutzen solche Momente immer wieder als Druckmittel.“

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