Das Gymnasium Grünwald (Landkreis München / Oberbayern), eine öffentliche staatliche Schule mit über 840 Schülern, wird in der Woche vom 22. bis 26. Juni 2026 zur „Pride Week“ erklärt – das geht aus einem Elternbrief der Schulleitung hervor, der dem Deutschland-Kurier exklusiv vorliegt. Die Einrichtung, die das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt, soll „in alle Farben des Regenbogens getaucht“ werden. Geplant sind „bunte Dekoration, farbige Giveaways, ein „PRIDE WEEK“-Band, musikalische Pausenuntermalung, informative Plakate, Kurzfilm-Einheiten und eine Ausstellung zur Entwicklung der LGBTQI+-Kultur und der queeren Szene in München“. Die Schule betont ausdrücklich, dass auf eine „kindgerechte, niedrigschwellige Vermittlung“ geachtet werde. Genau diese Formulierung macht die Veranstaltung besonders perfide: Statt offener Auseinandersetzung wird die Botschaft unterschwellig und für die Jüngsten verpackt – eine Taktik, die die Beeinflussung noch subtiler und schwerer zu durchschauen macht.
Selbst in den Pausen sollen die Schüler der Propaganda nicht entkommen. Die musikalische Untermalung wird queer oder LGBT-bezogen gestaltet, Ausstellungen und Plakate prägen das gesamte Schulgebäude. Unklar bleibt, ob dabei auch Drag-Queen-Performances oder entsprechende Bilder zum Einsatz kommen – eine Frage, die angesichts der „kindgerechten“ Verpackung besonders brisant ist. Während der gesamten Woche wird die Schule zu einem geschlossenen Raum einseitiger LGBTQI+-Thematik. Gleichzeitig fehlt jede vergleichbare Initiative für traditionelle Familienwerte, Nationalstolz oder Patriotismus. Gerade jetzt, wo Deutschland wieder an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnimmt, wäre eine Woche mit deutscher Fahne und Fokus auf nationale Identität naheliegend gewesen. Stattdessen wird nur eine Richtung bedient: klare, einseitige Propaganda für eine bestimmte Ideologie – und das an einer staatlichen Einrichtung.
Diese Einseitigkeit verstößt gegen grundlegende Prinzipien staatlicher Bildung. Der Beutelsbacher Konsens mit seinem Überwältigungsverbot und Kontroversitätsgebot verlangt ausgewogene Darstellung unterschiedlicher Positionen, damit Schüler eigenständig urteilen können. Hier wird stattdessen eine Weltanschauung als alternativlos präsentiert. Die Neutralitätspflicht der Schule gerät ins Wanken. Hinzu kommt die Frage nach den Kosten und der Finanzierung – wer trägt die Giveaways, die Ausstellung, die externen Materialien und etwaige Referenten? Wer sind die externen Organisationen oder Aktivisten, die eingeladen werden?
Die Gefahr, dass solche Veranstaltungen aus dem Ruder laufen, ist real. Erst im März 2026 zeigte sich an der Deutsch-Sorbischen Oberschule in Schleife (Sachsen), wohin es führen kann: Zwei von der Schulleitung eingeladene Aktivistinnen der linkssozialistischen Jugendorganisation „Die Falken“ verteilten im Rahmen einer Projektwoche zum Thema „Mut“ an Neuntklässler ein Magazin mit expliziten pornografischen Fotos schwuler Männer bei verschiedenen Sexpraktiken. Die Schüler entdeckten die Bilder, einige fotografierten sie, Eltern erstatteten Strafanzeige wegen Verbreitung pornografischer Inhalte an Minderjährige, die Polizei ermittelt noch heute. Die Organisatoren sprachen von einem „Versehen“ mit gespendeten Materialien. Dass ausgerechnet unter dem Deckmantel „kindgerecht und niedrigschwellig“ ähnliche Risiken entstehen können, ist kein fernliegender Gedanke.
Währenddessen sackt die Bildungsqualität in Deutschland dramatisch ab. Seit den 2013 veröffentlichten PISA-Ergebnissen von 2012 sind die Werte massiv gesunken: Mathematik von 514 auf 475 Punkte, Lesen von 508 auf 480 Punkte, Naturwissenschaften von 524 auf 492 Punkte. Das sind die schlechtesten Werte, die Deutschland jemals erreicht hat. Statt diese Kernprobleme anzugehen, wird Ressourcen und Aufmerksamkeit in ideologische Schulwochen gesteckt.
Unter einer CSU-geführten Staatsregierung, die sich bei Wählern als konservativ positioniert, und einem Bildungsministerium unter CSU/Freie Wähler ist diese Entwicklung besonders erklärungsbedürftig. Am 15. Juni 2026 hat die AfD-Fraktion deshalb eine umfassende schriftliche Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Darin fordert sie detaillierte Auskünfte zu Inhalten, Materialien, externen Akteuren, Kosten, Genehmigungen, Einhaltung des Beutelsbacher Konsenses, Informations- und Beteiligungsrechten der Eltern sowie zu bisherigen Beschwerden und Befreiungsanträgen bei vergleichbaren Veranstaltungen seit dem Schuljahr 2020/2021. Die Anfrage zielt auch auf mögliche Konsequenzen ab.
Markus Walbrunn, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag:
„Die Neutralitätspflicht und das Überwältigungsverbot an staatlichen Schulen dürfen nicht weiter ausgehöhlt werden. Wir erwarten von der Staatsregierung klare Antworten auf unsere Anfrage – zu Kosten, externen Organisatoren und der tatsächlichen Einhaltung von Elternrechten. Was in Schleife passiert ist, zeigt die reale Gefahr und darf sich in Bayern nicht wiederholen!“
Rene Dierkes, rechtspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag:
„Es ist inakzeptabel, dass staatliche Schulen unter einer angeblich konservativen Regierung einseitige ideologische Wochen durchziehen, ohne jede Balance zu traditionellen Werten oder Patriotismus zu schaffen. Gerade während der Fußball-Weltmeisterschaft wäre eine Woche für nationale Identität und deutsche Fahnen das Mindeste gewesen. Wir fordern die Staatsregierung auf, endlich klare Leitlinien gegen solche Einseitigkeit zu erlassen und sicherzustellen, dass der Beutelsbacher Konsens nicht zur Farce wird.“