Putin: „Krieg neigt sich dem Ende zu“ – Kreml-Chef bringt Ex-Kanzler Schröder (SPD) als Vermittler ins Spiel

Es war ein Satz, der die Welt aufhorchen ließ: „Ich glaube, dass sich die Angelegenheit dem Ende zuneigt.“ Kremlchef Wladimir Putin hat ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges angedeutet und seinen langjährigen Freund, Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), als Vermittler ins Spiel gebracht.

Im fünften Jahr tobt jetzt ein Krieg, unter dem ganz Europa infolge horrender Energiepreise leidet und der noch immer das Potential hat, die ganze Welt in die atomare Apokalypse zu stürzen. Jetzt hat der russische Staatspräsident Wladimir Putin Hoffnung auf ein Ende dieses zermürbenden Abnutzungskrieges gemacht, der auch Russland wegen des Sanktions-Irrsinns wirtschaftlich schwer schadet und einen hohen Blutzoll abverlangt.

Obwohl sich auch die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin bei einer Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.“

Russland nicht dämonisieren

Schröder war wegen seiner Nähe zu Putin und seiner Tätigkeit u.a. für den russischen Energieriesen Gazprom immer wieder scharf kritisiert worden. Zuletzt hatte er Russlands Angriffskrieg Ende Januar in einem Gastbeitrag für die „Berliner Zeitung“ zwar als völkerrechtswidrig bezeichnet, aber auch betont: „Ich bin aber gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind.“

Selenskyj soll nach Moskau kommen

Neben scharfer Kritik an den Europäern mit Blick auf deren Unterstützung des Regimes in Kiew betonte Kreml-Chef Putin auch, dass er zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit sei – dafür solle dieser allerdings nach Moskau kommen. Selenskyj hat eine solche Reise kategorisch ausgeschlossen. Direkten Gesprächen in einem Drittland setzte Putin eine belastbare Friedensvereinbarung voraus. Dann sagte der Kreml-Chef den Satz, der um die Welt ging: „Ich glaube, dass sich die Angelegenheit dem Ende zuneigt.“

Kriegstreiber sind schon zur Stelle

Der Vorschlag von Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen, stößt in der SPD auf Widerstand. „Putins Vorstoß, ausgerechnet Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel zu bringen, ist ein Affront gegenüber den USA und ein durchsichtiges Manöver“, sagte Michael Roth, SPD, früherer Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, dem Berliner „Tagesspiegel“. Ein Moderator möglicher Verhandlungen könne „nicht einfach Putins Buddy sein“, sagte der SPDPolitiker, der den Kriegstreiber-Hardlinern um Roderich Kiesewetter (CDU) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) zugerechnet wird. Entscheidend sei, dass ein Vermittler von der Ukraine akzeptiert werde.

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