Gewinner der Woche
Über Dieter „Didi“ Hallervorden (90), eine Ikone der deutschen Unterhaltung und ein Urgestein der Berliner Kulturszene, gehen die Meinungen auseinander. Er ist streitbar und manchmal auch umstritten. Letzteres im Hinblick etwa auf seine kritische Haltung zum Gaza-Krieg, die ihm den Vorwurf einbrachte, er sei ein „Hamas-Versteher“.
Eines muss man „Didi“ in jedem Fall hoch anrechnen: Er unterwirft sich nicht dem woken Gesinnungsterror der Sprachpolizei! Das N-Wort findet ebenso wie das Z-Wort Eingang in seine Sketche. Woke Kulturschaffende verachtet er, weil sie in ihrem fanatischen Eifer Satire nicht mehr verstehen (wollen). Deutscher Humor ist für den gebürtigen Sachsen-Anhaltiner „ein echter Schlankmacher: Man muss meilenweit laufen, bis man ihn trifft.“
Richtig wütend wird Hallervorden, wenn die Kiesewetters und Strack-Zimmermänner hierzulande wieder zum Russland-Feldzug blasen. In der MDR-Talkshow „Riverboat“ fand er jüngst klare Worte: „Kriegstüchtig zu sein, ist eine Schwafelei sondergleichen!“ Hallervordens Lebensmotto lautet auch mit 90 Jahren: „Man wird alt, weil man sich von seinen Idealen verabschiedet.“
Der Deutschland-Kurier meint: Forever young!
Verlierer der Woche
Er ist Selenskyj’s bester Mann bei „Bild“: Julian Röpcke (44), russophober Militär-Erklärbär des sinkenden Boulevard-Schlachtschiffs. „Das Drecksregime“ – er meint Moskau – will er „in Blut und Asche untergehen sehen. Besser heute als morgen.“
Gerne sich selbst inszenierend mit Helm und schusssicherer Weste, „analysiert“ Röpcke vorzugsweise den taktischen Drohneneinsatz. Nachdem er jahrelang bei Springer für die Bewaffnung der Ukraine getrommelt hat, wechselt der „Militärexperte“ demnächst zu einer ukrainisch-deutschen Waffenschmiede, die – welch ein Zufall! – genau diese Bewaffnung verkauft. Bis dahin will dieser Kriegsprofiteur seinen Lesern weiterhin weismachen, er sei ein „unabhängiger Journalist“.
Auf seinem X-Account teilte dieser Lohnschreiberling, der gewiss zu den Lieblingsjournalisten von Strack (Flak)-Zimmermann (FDP) gehören dürfte, „in eigener Sache“ wichtigtuerisch mit: „Es trifft zu, dass ich @BILD noch in diesem Jahr verlassen werde. Ich selbst wollte das jedoch erst in einigen Monaten bekannt geben, um mich bis dahin weiter voll auf die journalistische Arbeit am #Lagezentrum und darüber hinaus konzentrieren zu können.“
Alles weitere ist natürlich noch top secret: „Das Unternehmen (psst! – er meint seinen künftigen Drohnen-Arbeitgeber) betreibt seine Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz seiner Mitarbeiter in Deutschland und der Ukraine bewusst zurückhaltend, daher ist eine zeitnahe Nennung des Firmennamens nicht vorgesehen (…) Mehr dazu, wenn es soweit ist. Zurück zur Arbeit.”
Zynischer kann man journalistische Prinzipien wie Distanz, Unabhängigkeit und Vermeidung von persönlichen (finanziellen?) Interessenkonflikten kaum verraten. Wenn Springer-CEO Mathias Döpfner einen Funken Selbstachtung (Anstand) hätte, müsste er Selenskyj’s besten Mann bei „Bild“ sofort freistellen.
Der Deutschland-Kurier meint: Bild dir Deine Meinung!