Nach einer Strafanzeige des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen gegen die langjährige SPD-Ratsfrau Hülya Iri und ihre Tochter Esma B. wegen des Verdachts der Untreue sowie des Subventionsbetrugs eingeleitet. B. war bis Ende 2025 in der Stadtverwaltung Hannover tätig.
Im Zentrum der Vorwürfe steht ein sogenannter Integrationsverein, den Iri vor sechs Jahren mit Angehörigen gegründet hatte. Der Verein ist inzwischen pleite, obwohl er mehr als 1,2 Millionen Euro Steuergelder aus Mitteln des Bundes, des Landes Niedersachsen und der Region Hannover erhalten hatte.
Es sollen insgesamt 740.000 Euro veruntreut worden sein. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Hülya Iri und ihre Tochter Esma B. Gelder des Vereins zweckwidrig zum Erwerb von Immobilien verwendet haben. Auch bei der Abrechnung von Verdienstausfällen soll es Unregelmäßigkeiten gegeben haben, berichtet die „FAZ“. Die Stadt Hannover habe inzwischen ebenfalls Strafanzeige gegen die frühere SPD-Ratsfrau gestellt, meldet der „Norddeutsche Rundfunk“ (NDR).
Pikant: Die SPD-Landtagsabgeordnete, Ex-Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf, soll in ihrer Eigenschaft als frühere niedersächsische Migrationsbeauftragte den sogenannten Integrationsverein mit Empfehlungen unterstützt haben.