Die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistans Hauptstadt Islamabad sind nach mehr als 20 Stunden ohne Vereinbarung vorläufig beendet worden. Dies erklärte US-Vizepräsident JD Vance als Leiter seiner Delegation während einer kurzen Stellungnahme am frühen Sonntagmorgen.
„Die schlechte Nachricht ist: Wir haben keine Einigung erzielt. Ich denke, das ist für den Iran eine weitaus schlechtere Nachricht als für die Vereinigten Staaten von Amerika“, erklärte Vance in Islamabad.
Laut Vance, der zusammen mit dem US-Sonderbeauftragen für Friedensverhandlungen Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner die US-Delegation anführte, haben die USA während der Verhandlungen „sehr deutlich gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen. In welchen Punkten wir bereit sind, ihnen entgegenzukommen und in welchen nicht. Und wir haben dies so klar wie nur möglich kommuniziert – doch sie haben sich entschieden, unsere Bedingungen nicht zu akzeptieren“, fasste der Stellvertreter von US-Präsident Trump den Stand der Dinge zusammen, ohne Details zu nennen.
Vance ließ aber durchblicken, dass der Iran bislang nicht bereit sei, auf die Anreicherung von Uran zu verzichten und sein Atomprogramm aufzugeben. Dies ist die Hauptbedingung der USA für ein Friedensabkommen. „Wir erkennen bei den Iranern keinen fundamentalen Willen, langfristig keine Atomwaffe zu entwickeln“, sagte Vance.
Einem iranischen TV-Sender zufolge gab es auch grundlegende Meinungsverschiedenheiten u.a. zur Frage einer Regelung für die Schiffspassage in der Straße von Hormus. Teheran verlangt für Tanker eine Maut in Millionenhöhe.
Aktuell gibt es offenbar keine Pläne für weitere direkte Gespräche. Vance sprach vor seiner Abreise von einem „letzten und besten Angebot“ der USA – „Wir werden sehen, ob die Iraner es annehmen.“
Abzuwarten bleibt, ob nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensgespräche trotz des für zwei Wochen verkündeten Waffenstillstands beider Seiten die Kampfhandlungen wieder aufflammen. Schon jetzt dürfte sich sein, dass die Spritpreise weiter steigen werden.