Verbots-Theater im Thüringer Landtag: Wenn Systemkomiker Hape Kerkeling Verfassungsrichter spielt…

Vorhang auf im Plenarsaal des Thüringer Landtages: Auf dem Spielplan stand gestern (30.September) eine groteske Komödie, wie sie das Publikum lange nicht gesehen hat. Bei der „Anhörung“ über ein mögliches AfD-Verbot spielte ausgerechnet Systemkomiker Hape Kerkeling den Chefankläger und Richter in einer Person!

Kerkeling räumte zwar ein, er sei kein Verfassungsrechtler.Aber das hielt den aufgeschwemmten Staatskomödianten nicht davon ab, die Abgeordneten dazu anzuhalten, ein AfD-Verbotsverfahren auf den Weg zu bringen. Sogenannte Kulturschaffende als nützliche Idioten der Altparteien!

Großvater Hermann

Seine Argumentation stützte der abgehalfterte Ex-Komiker, der schon lange nicht mehr komisch ist, dafür aber immer seltsamer auftritt, primär auf seine Familiengeschichte und ein diffuses Bauchgefühl: Weil sein Großvater Hermann im KZ Buchenwald saß, spüre er nun, dass „die Demokratie“ (welche?) in Gefahr sei. Die AfD schüre Angst, Hass und Lügen – allein diese Haltung mache sie in seinen Augen verfassungswidrig.

Politclown Kerkeling lieferte wieder einmal einen seiner lächerlich-theatralischen Auftritte ab. Er spreche „nicht als Experte für Verfassungsrecht, sondern als Nachfahre eines Opfers des Nationalsozialismus“, sagte er zum Auftakt. Damit instrumentalisierte er – wie zuvor schon bei seiner bizarren Buchenwald-Rede – seinen Großvater, der wegen seines Widerstands gegen die Nationalsozialisten zwölf Jahre in Haft saß, darunter drei Jahre im Thüringer Konzentrationslager Buchenwald. Dieses liege nur wenige Kilometer vom Landtag entfernt, erinnerte Kerkeling. Außerdem habe in Thüringen 1930 der erste NSDAP-Innenminister eines deutschen Bundeslandes sein Amt angetreten.

Hauptsache, die Bühne brennt!

„Wer Rechtspopulisten wählt, wählt nicht Protest. Er ruiniert wissentlich seine eigene Zukunft und die seiner Kinder“, schwurbelte der Staatsgaukler weiter und flehte: „Ich bitte Sie, nutzen Sie Ihre Stimme, den Einfluss der Landesregierung im Bundesrat, um dieses wichtige Verfahren endlich anzustoßen.“

Zur Sache selbst hatte dieser „Sachverständige“ nichts beizutragen. Juristische Beweise? Gesetzesexegese? Fehlanzeige – Hauptsache, die Bühne brennt!

Anschließend stellte sich Kerkeling den Fragen der Abgeordneten. Die AfD verzichtete darauf, sich diesen bräsigen und längst zur Karikatur seiner selbst gewordenen Staatsclown anzutun.

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