Bei der konstituierenden Sitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin haben die noch im Landesparlament verbliebenen Kartellparteien die AfD trotz ihres historischen Wahlsiegs am 20. September vollständig aus dem Landtagspräsidium ausgeschlossen.
SPD, Linke und „Grüne“ stimmten geschlossen gegen den AfD-Kandidaten Carlos Dias Rodrigues, einen 52 Jahre alten ehemaligen Polizeibeamten. Damit brachen sie mit der jahrzehntelangen parlamentarischen Tradition, nach der die stärkste Kraft den Landtagspräsidenten stellt.
Der Linksblock wählte stattdessen die bisherige Amtsinhaberin Birgit Hesse (SPD) mit 39 Stimmen wieder. Auch bei den anschließenden Wahlen für den ersten und zweiten Stellvertreterposten scheiterte Rodrigues.
AfD-Fraktionschef Enrico Schult sprach von einem „rot-rot-grünen Generalangriff auf die parlamentarische Demokratie“. Der Linksblock mache sich das Parlament zur „Beute“.