AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat sich auf dem „Familienfest“ seiner Partei am Wochenende in Magdeburg mit Blick auf die Landtagswahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt siegessicher gezeigt: „Wir haben die Wahl im Prinzip bereits gewonnen!“ Eine neue Umfrage könnte der AfD dabei helfen.
Laut dem kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt veröffentlichten ZDF-Politbarometer gaben zuletzt 26 Prozent der befragten Wahlberechtigten, also mehr als jeder Vierte an, noch unentschlossen zu sein. Die ZDF-Zahlen wurden Anfang September 2026 von der Forschungsgruppe Wahlen erhoben.
AfD legt weiter zu
Auch in dieser Erhebung legte die AfD (41 Prozent) einen Punkt zu. INSA hatte die Alternative für Deutschland zuletzt in Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent (+1) gemessen, wobei INSA-Chef Hermann Binkert betonte, dass die Partei noch ein Potential von sieben Prozentpunkten nach oben habe.
Bedeutet: Es sind rechnerisch bis zu 50 Prozent für die AfD in Sachsen-Anhalt drin! Die hohe Zahl noch unentschlossener Wähler könnte in der Tat darauf hindeuten, dass Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und die AfD ihr Potential noch nicht ausgeschöpft haben.
Warum die AfD profitieren könnte?
Die sehr hohen Umfragewerte der AfD dürften vor allem unentschlossene Wechselwähler dazu bewegen, doch noch für die AfD zu stimmen. Die Überlegung dabei: Meine Stimme könnte eine echte Veränderung im Sinne einer Politikwende bewirken und ein „historisches Ergebnis“ herbeiführen.
Wahlforscher sehen sowohl taktisch-mathematische wie auch psychologische Gründe, warum die AfD von den Unentschlossenen profitieren könnte. Der vielleicht banalste Grund: Wer will schon auf der Seite der Verlierer stehen?
Hinzu kommt: Nicht wenige der Unentschlossenen schwanken zwischen kleineren Parteien wie den „Grünen“, dem BSW oder der FDP. Sollten sich diese Unentschlossenen am Ende entscheiden, vielleicht gar nicht zu wählen, sinkt nicht nur die Wahlbeteiligung, sondern auch das Potential der „Grünen“, die zuletzt mit fünf bis sechs Prozent auf der Kippe standen. Dadurch steigt erstens automatisch der prozentuale Anteil der AfD, da deren Stammwählerschaft als extrem stabil und mobilisiert gilt. Zweitens, noch wichtiger, die „Grünen“ könnten den Einzug in das Landesparlament verfehlen!
Im Osten geht die Sonne auf
Ulrich Siegmund und die AfD Sachsen-Anhalt haben sich auf dem Wahlkampf-„Familienfest“ am Wochenende in Magdeburg denn auch siegessicher gezeigt. Siegmund rief den mehreren Tausend Anhängern, die trotz strömenden Regens zur Festweise an der Elbe gekommen waren, zu: „Wir haben die Wahl im Prinzip bereits gewonnen!“ Zusammen mit AfD-Bundeschef Tino Chrupalla erklärte er die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Start für einen bundesweiten politischen Umbruch. Man habe bereits etwas in Bewegung gesetzt, das sich nicht mehr aufhalten lasse. AfD-Landeschef Martin Reichardt rief den jubelnden AfD-Anhängern zu: „Im Osten geht die Sonne auf!“