In Sachsen-Anhalt sorgt wenige Tage vor der historischen Landtagswahl die Neonazi-Vergangenheit von David Seidlitz, dem Ehemann der „Grünen“-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz, für Wirbel. Pikant: Seidlitz ist nicht nur der Ehemann der Ökosozialistin, sondern arbeitet auch hauptamtlich als Regionalgeschäftsführer für mehrere Kreisverbände der „Grünen“ in Sachsen-Anhalt.
Die Vorwürfe an sich sind allerdings nicht neu. Die AfD-Fraktion brachte das Thema bereits im Mai 2022 und erneut 2025 im Magdeburger Landtag zur Sprache. Sziborra-Seidlitz bestätigte seinerzeit die Vergangenheit ihres Mannes, bestritt aber, dass dieser eine Funktion als führender Kader innegehabt habe.
Die Debatte ist auf den letzten Metern zur Wahl jetzt wieder hochgekocht. Hintergrund: Seidlitz wird in einer Ausgabe des „Antifaschistischen Infoblatts“ aus dem Jahr 1995 als Teil der „stadtbekannten Neonazi-Szene“ im Raum Quedlinburg (Harz) aufgeführt. Es existieren Fotos aus den 1990er-Jahren, die das belegen sollen.
Bei einem Wahlkampfauftritt auf dem Brocken entblödete sich der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir („Grüne“) nicht, Sziborra-Seidlitz mit den Worten zu loben, sie „versteht, wie man aus Nazis gute Bürger macht“.