Die kurzfristige Absage geplanter Wahlkampf-Auftritte von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird in den Medien als Zeichen einer tiefen Entfremdung und strategischen Distanzierung zwischen der Bundes-CDU und dem CDU-Landesverband unter Noch-Ministerpräsident Sven Schulze gewertet.
Die „Welt“ kommentiert, dass Merz zunehmend als Belastung wahrgenommen werde. Angesichts schlechter Umfragewerte im Osten versuche die Landes-CDU, das Thema „Berlin“ komplett aus dem Wahlkampf auszublenden. Ähnlich sieht es die Schweizer „Weltwoche“.
Die „Frankfurter Rundschau“ titelt: „Merz meidet große Bühnen – und Schulze meidet Merz“. Die in Heidelberg erscheinende „Rhein-Neckar-Zeitung“ beschreibt die abgespeckten Termine unter Ausschluss einer breiteren Öffentlichkeit als ein „kleines Notprogramm“.
Der Tenor der Berichte und Kommentare ist nahezu einhellig: Die Absagen und Formatänderungen seien keine rein logistischen Entscheidungen, sondern seien auf Betreiben einer Landes-CDU erfolgt, die vor einem einzigen Wahldebakel stehe.