Mit ihrem angeblichen Unterstützerbrief haben die acht CDU-Ministerpräsidenten den Druck auf Friedrich Merz nur scheinbar verringert. So sieht man es auch im Ausland, wie diese Stimmen aus zwei deutschen Nachbarländern zeigen.
Der Schweizer „Tages-Anzeiger“ schreibt: „Um Friedrich Merz wird es einsam. Kein deutscher Kanzler vor ihm war in der Bevölkerung derart unbeliebt. In Umfragen fallen die Christdemokraten auf historische Tiefstwerte.“ Einen offenen Aufstand gebe es nur deshalb nicht, weil am kommenden Sonntag die nächsten Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern anstehen.
„Der Standard“ (Österreich) mokiert sich: „Da kann Merz aber froh sein, oder? So einfach ist es nicht. Erstens benötigten die – ausschließlich – Herren sehr lange mit ihrer Stellungnahme. Merz ist seit zehn Tagen, seit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, schwer unter Druck. Zweitens zeigt eine solche Erklärung, so gut sie auch gemeint sein mag, erst recht die Schwäche von Merz. Wäre seine Autorität in der letzten Zeit nicht so erodiert, bräuchte es einen solchen öffentlichen Treueschwur gar nicht. Drittens – und nicht unoriginell: Der Name Friedrich Merz taucht in der Erklärung gar nicht auf. Es ist nur die Rede vom ‚Bundeskanzler‘, mit dem man die Probleme angehen wolle. Das lässt Raum für Interpretationen. Ein Schelm, wer jetzt an einen möglichen neuen Kanzler denkt.“