Nachdem Tausende nordafrikanische Migranten („Nafris“) von Marokko aus die EU-Außengrenze überrannt haben, hat die spanische Regierung Soldaten nach Ceuta an der nordafrikanischen Küste entsandt. Dessen ungeachtet reißt der Strom der Invasoren in die spanische Exklave nicht ab. AfD-Chefin Alice Weidel äußerte die Befürchtung, dass das Ziel der Invasoren „mutmaßlich Deutschland“ sein dürfte.
Mit Schwimmreifen haben meist junge Männer auch in der Nacht ununterbrochen das Ufer der spanischen Exklave Ceuta erreicht, nachdem sie den Grenzzaun zwischen Marokko und Spanien umschwommen hatten.
Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass in der benachbarten marokkanischen Stadt Fnidek weitere Hunderte Migranten angekommen sind, um Ceuta zu stürmen. Allein in den vergangenen Tagen schafften es mehr als 1.500 Invasoren, die Exklave zu erreichen. Es handelt sich überwiegend um Marokkaner und Algerier. Die Zustände vor Ort sind chaotisch.
Der Großteil der meist jungen männlichen Nordafrikaner schwamm von marokkanischem Gebiet aus. Mindestens neun Menschen ertranken. Auslöser war eine Entscheidung des spanischen Obersten Gerichts, dass über das Meer eintreffende Migranten nicht ohne ordnungsgemäßes Verfahren zurückgeschickt werden dürfen.
Brüssel bietet Hilfe an
Der Grenzschutz der Exklave brach aufgrund des hohen Andrangs zusammen. Die Polizei zeigte sich total überfordert, so dass die spanische Regierung das Militär und gepanzerte Fahrzeuge in Marsch setzte. Außerdem soll im Laufe des Tages ein Militärschiff nach Ceuta verlegt werden.
Die EU-Kommission bot Spanien Hilfe an. Der für Migration zuständige Innen-Kommissar Magnus Brunner (ÖVP) erklärte, man könne die Europäische Grenzschutzagentur Frontex einsetzen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Der Schutz der EU-Außengrenze sei verpflichtend.
Italien fordert Ausschluss Spaniens aus Schengen-Raum
Laut Agenturberichten hat Italien angesichts der chaotischen Bilder aus Ceuta gefordert, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Die Regierung in Madrid bestellte daraufhin den italienischen Botschafter ein. Die Exklave ist offiziell EU-Gebiet, gehört aber nicht zum Schengen-Raum.
Alice Weidel (AfD): Ziel der Invasoren ist Deutschland!
AfD-Chefin Alice Weidel warnte, dass das Ziel der Invasoren „mutmaßlich Deutschland“ sein dürfte. Als direkte Reaktion auf die Bilder aus der Exklave forderte sie auf X: „Grenzen müssen jetzt geschlossen und Abweisungen rigoros durchgesetzt“ werden.
Zugleich übte Weidel scharfe Kritik an der Bundesregierung. Sie warf der Union und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, notwendige Verschärfungen im Asylrecht und bei Abschiebungen zu blockieren.