Für AfD-Bundesvorstandsmitglied Martin Reichardt bleibt die Union eine „Partei der Heuchler“ – ungeachtet des Rücktritts von Jens Spahn (CDU) vom Fraktionsvorsitz. Der AfD-Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt hält die Aufregung in der Union im Zusammenhang mit dem Leihmutter-Skandal für einen „Moralsturm im Wasserglas“.
Reichardt, Beisitzer im Bundesvorstand der Alternative für Deutschland (AfD), erklärte: „Der Rücktritt Jens Spahns kann nicht verhehlen, dass die Unionsparteien längst jedes konservative Fundament verlassen haben. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Abgang des zwielichtigen Münsterländers als peinlicher Moralsturm im CDU/CSU-Wasserglas. Schlimmer noch: Er legt einmal mehr den christdemokratischen Machtzynismus offen zu Tage.“
Reichardt erinnerte an die Leihmutter-„Vaterschaft“ des medial kaum präsenten Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Hendrik Streek (CDU). Unklar sei, wie die Vaterschaft des ebenfalls homosexuellen brandenburgischen Innenministers Jan Redmann (CDU) einzuordnen sei. Ob es sich bei dessen Tochter um ein Adoptivkind, ein Pflegekind oder ein Kind aus einer vorherigen Beziehung handelt, ist nicht bekannt.
Für Reichardt ist jedenfalls „offensichtlich: Der innerparteiliche Druck auf Jens Spahn erfolgte eben nicht aufgrund ethischer Prinzipien. Gegen diese verstößt die gleichfalls kriegslüsterne wie ordnungspolitisch vollständig versagende Union ohnehin permanent vor aller Öffentlichkeit. Spahn musste gehen, weil er als politischer Staubsauger von Kanzler Merz zu sehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit und im Blickfeld der in diesem Fall überraschend kritischen Hauptstadtpresse stand und seine verunglückte Homestory so zu einem kommunikativen und machtpolitischen Desaster für den Kanzlerwahlverein mutiert worden war.“
Der AfD-Chef von Sachsen-Anhalt resümiert: „Es ist erwartbar, dass sich CDU/CSU mit diesem mehr als nur unglaubwürdigen Schritt bei weiteren Teilen der Wählerschaft disqualifiziert haben. Streek und Redmann müssen unverzüglich den Weg des gescheiterten Spahn gehen und ihren Hut nehmen. Eine glaubwürdige konservative Politik gibt es in Deutschland nur mit der AfD!“