Für die neue Wehrerfassung hat das Bundesverteidigungsministerium seit Jahresbeginn rund 300.000 Fragebögen zur Musterung versendet. Laut Medienberichten ist das Interesse junger Menschen, sich freiwillig zur Bundeswehr zu melden, äußerst gering.
So konnten laut einer ZDF-Auswertung von insgesamt 298.200 angeschriebenen volljährigen Männern und Frauen gerade einmal 530, das sind 0,18 Prozent, erfolgreich rekrutiert werden.
Gut fünf Monate nach Beginn der Wehrerfassung aller 18-Jährigen zieht das Verteidigungsministerium von Boris Pistorius (SPD) Agenturberichten zufolge eine ernüchternde Bilanz.
Obwohl die allgemeine Wehrpflicht weiterhin ausgesetzt ist, nimmt die Zahl der Wehrdienstverweigerer sprunghaft zu. Nach Angaben der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) schossen allein im ersten Quartal 2026 die Zahlen auf 3.493 Anträge hoch. Damit wurde in nur drei Monaten fast der gesamte Vorjahreswert erreicht. Hochrechnungen zufolge könnte das Jahr mit dem Rekordwert von bis zu 15.000 Verweigerern enden. Einer der Hauptgründe dürfte nach Meinung von Experten die von der Bundesregierung geschürte Kriegsangst sein.
Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.