An dem unter Buhrufen und Pfiffen untergegangenen Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim DGB-Bundeskongress kommen auch die Mainstream-Medien nicht vorbei. Stimmen aus der morgendlichen Presseschau des Deutschlandfunks (dlf).
Die in Magdeburg erscheinende „Volksstimme“ resümiert: „Aus dem Merz-Auftritt wurde ein Tribunal der dort versammelten Arbeitnehmerschaft gegen Kanzler und Koalition.“
Die „Frankfurter Rundschau“ erklärt sich den Eklat so: „Dass Friedrich Merz beim Bundeskongress des DGB nicht auf Enthusiasmus stoßen würde, war absehbar (…) Ja, der Kanzler hat die unangenehme Rolle, einschneidende und zum Teil schmerzhafte Reformpläne verkaufen zu müssen. Sein größtes Problem ist aber die Art, wie er das tut: zu oft negativ und anklagend, statt motivierend und um Ausgleich bemüht zu sein.“
Ähnlich sieht es die „Rhein-Neckar-Zeitung“ aus Heidelberg: „Der Kanzler strahlt soziale Kälte aus. Nicht erst seit gestern.“
Die „Rheinische Post“ aus Düsseldorf beschreibt das „Kernproblem“ des Kanzlers so: „Er steckt in einer Spirale des Missverstehens – befeuert durch unbedachte Sätze, zu viele Versprechen, die in dem einen Jahr seiner Koalition nicht eingelöst wurden, und jede Menge Streit unter den Koalitionspartnern.“