Es ist der Running Gag im Netz: „Ein Wunder ist geschehen. Während der Neujahrsansprache des Bundeskanzlers stand der gelähmte Großvater auf und schaltete den Fernseher aus!“ Das unerträgliche Jahresend-Geschwurbel von Friedrich Merz (CDU), das in dem Satz „Hören wir nicht auf Angstmacher und Schwarzmaler“ seine ganze geistige Armut findet, im Medien-Echo.
Das Magazin „Focus“ entlarvt die hohlen Phrasen: „Die Ansprache arbeitet mit klassischen politischen Standardsätzen: ‚Wir haben es selbst in der Hand‘, ‚Deutschland ist ein starkes Land‘, ‚Unsere Hände sind nicht gebunden‘…“.
„NiUS“-Chef Julian Reichelt analysiert: Merz sei „vollkommen besessen von der Idee seiner selbst als grandiose Schicksalsfigur der Weltgeschichte. Er sieht sich als Bändiger und Bezwinger der ganz großen Linien, er kann keinen einzigen simplen Gedanken ohne die Frontverläufe in der Ukraine denken. Er ist vollkommen unfähig geworden, zu erkennen, dass die wichtigsten Entscheidungen fürs Land im Land liegen, zum Beispiel in einer Umkehr der wahnwitzigen Energie-Politik ohne Rücksicht auf das Bürokratiemonstrum EU.“
Der Ex-„Bild“-Chef resümiert: „Nichts, was für die deutsche Wirtschaft und unsere Gesellschaft 2026 überlebenswichtig ist, hat Merz durchdrungen oder innerlich akzeptiert. Seine Neujahrsansprache ist hoffnungslos gescheitertes Eliten-Rumgemurkse im dröhnend-markigen Merz-Großmannssound.“
In seiner Ansprache zum Neuen Jahr kündigte Merz weitere Sozialreformen an. Weitere? Die „Schwäbische Zeitung“ aus Ravensburg meint dazu: „Kanzler Merz hätte den Bürgern eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine belastbare Perspektive für einen Neustart geben müssen. Seine Neujahrsansprache wirkte dagegen beschwichtigend.“
Die linke „taz“ kommentiert: „Statt wie ein Regierungschef zu den Bürgern spricht er (Merz) wie ein Firmenvorstand zu seiner Belegschaft. Diese Ansprache ist nicht dazu angetan, seine schlechten Umfragewerte zu heben.“
Die „Süddeutsche Zeitung“ wundert sich, dass der Kanzler in seiner Ansprache die Bürger um Geduld bat: „Ausgerechnet Merz möchte man sagen, dem früher nie etwas schnell genug gehen konnte. Der sogar einmal angekündigt hat, gleich am ersten Tag im Kanzleramt Dinge per Richtlinienkompetenz durchsetzen zu wollen…“
Das linksgrün-woke Blatt aus München argwöhnt, dass Merz bei seiner Bitte um Geduld wohl mehr darauf hoffe, „dass sich die miserablen Umfragewerte irgendwann doch noch verbessern.“