„Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Am Ende seines ersten Amtsjahres verfällt Kanzler-Versager Friedrich Merz (CDU) in Selbstmitleid. Das Medienecho ist vernichtend: „Heulsuse“, „Mimosen-Merz!“, „der Wehleidige“.
▶ „Jetzt outet sich Friedrich Merz auch noch als Heulsuse“, schreibt die „Berliner Zeitung“ und führt weiter aus: „Der Kanzler geht freiwillig zu einem linksliberal geprägten Leitmedium und liefert dort genau das Bild, das seinem Image schadet: ein Mann unter Rechtfertigungsdruck.“
▶ „Mimosen-Merz!“, heißt es bei „NiUS“. Das Reichelt-Portal erinnert daran, wie Kanzler Merz unlängst den Deutschen vorwarf, sie seien zu „larmoyant“.
▶ Paul Ronzheimer („Bild“) fragt auf X: „Was will der Kanzler mit so einer Aussage erreichen? Mitleid? Erneut eine erstaunliche Kommunikation, wenn man noch dazu bedenkt, dass solche Interviews autorisiert werden, also sein Sprecher und er theoretisch Aussagen vor Veröffentlichung verändern können.“
▶ Zu diesem Ergebnis kommt auch die „Welt“: „Als aktuellstes Beispiel für misslungene Kommunikation wird in der CDU das Interview mit dem ‚Spiegel‘ gesehen, in dem der Kanzler sich über öffentliche Anfeindungen gegen sich beklagt“. Das Springer-Blatt fragt, warum der Regierungssprecher dies in der nachträglichen Autorisierung des Interviews nicht gestrichen habe.
▶ Unter der Überschrift „Der Wehleidige“ stellt die „Junge Freiheit“ fest: „Bundeskanzler Merz zeigt in einem Interview seinen Charakter: opportunistisch, selbstmitleidig, völlig aus der Zeit gefallen. Wenn Merkel mit einer Sache recht hatte, dann mit ihrem Urteil über ihn. Friedrich Merz ist fast zwei Meter groß. Trotzdem steht ihm das Wasser bis zum Hals.“
▶ Das liberal-konservative Portal „Tichys Einblick“ ätzt: „Friedrich Merz hat ein neues Problem entdeckt. Nicht die Rezession, nicht die Abgabenlast, nicht die explodierenden Sozialkosten, nicht die zerfallende Glaubwürdigkeit seiner Partei, nicht die Millionen Bürger, die sich von dieser Regierung verhöhnt fühlen. Nein, Friedrich Merz leidet an Friedrich Merz. Genauer: an dem, was Menschen über Friedrich Merz im Internet schreiben.“
▶ „Apollo News“ wirft einen Blick zurück in die Geschichte: „Andere Bundeskanzler vor ihm, etwa Konrad Adenauer oder Helmut Kohl, mussten in ihren Amtszeiten ganz andere Anfeindungen ertragen – etwa während der Wiederbewaffnung der 50er-Jahre oder im Rahmen der Wiedervereinigung, die in der Bundesrepublik nicht unumstritten war. Friedrich Merz jedoch, der der Bevölkerung zuletzt gerne ‚Larmoyanz und Wehleidigkeit‘ vorwarf, sieht sich selbst nun als den Kanzler, der es nicht nur politisch, sondern auch noch persönlich am schwersten habe…“
▶ Das liberal-konservative Magazin „Cicero“ bilanziert: „Der Kanzler entfernt sich rasant von seinem Volk. Wofür andere Regierende mehrere Jahre brauchen, schafft der Bundeskanzler in einem einzigen: Entfremdung von Bürgern und Wirklichkeit. Statt Umfragen als Zeichen an der Wand zu lesen, klagt Merz über seine vermeintliche Herabwürdigung in den sozialen Medien.“