Die erneute Tabaksteuer-Erhöhung zum 1. Januar ist noch gar nicht in Kraft, da sinken die Steuereinnahmen aus dem Verkauf von Zigaretten schon jetzt kräftig!
Laut dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums nahm der Staat von Januar bis September dieses Jahres rund 11,3 Milliarden Euro durch die Tabaksteuer ein. Das waren satte 1,2 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum – ein Minus von fast zehn Prozent! Und das, obwohl die Steuer erst zum 1. Januar 2026 um 15 Cent je Zigarettenpackung gestiegen war.
Durch die zweite Erhöhung von 80 Cent pro Packung erhofft sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zusätzliche Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro. Das könnte sich als fatale Milchmädchen-Rechnung herausstellen.
Denn: Der Arbeitskreis Steuerschätzungen erwartet für das laufende Jahr trotz der ersten Steuerhöhung zu Beginn des Jahres nur noch 16,3 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer – rund 550 Millionen weniger als bei seiner Mai-Schätzung.
Laut anderen Expertenberechnungen könnten die erhofften zusätzlichen Milliarden bis 2030 ebenfalls deutlich geringer ausfallen als erwartet. Ein Szenario von Wirtschaftsforschern geht sogar davon aus, dass statt rund zwölf Milliarden Euro Mehreinnahmen im ungünstigsten Fall nur etwa eine Milliarde Euro mehr die Kassen des Fiskus füllen.
Der Grund: Die geplante Erhöhung der Tabaksteuer zur Generierung zusätzlicher Einnahmen ignoriert schlichtweg die Tatsache, dass Raucher zunehmend auf den Schwarzmarkt und unversteuerte Ware ausweichen. Bereits im Jahr 2025 wurde Branchenangaben zufolge mehr als jede fünfte der in Deutschland konsumierten Zigaretten nicht im Inland versteuert.