Die vermeintliche Solidaritätserklärung der acht CDU-Ministerpräsidenten ist ein einziges Dokument der Verlogenheit und Feigheit! Merz wird in dem sogenannten „Statement“ nicht einmal namentlich erwähnt. Mehr noch: Sein Name wurde offenbar nachträglich aus dem Papier gestrichen! An keiner Stelle wird Merz „Vertrauen“ oder gar „vollstes Vertrauen“ ausgesprochen.
Das eigentlich Interessante an politischen Texten ist oft, was nicht drinsteht. So auch bei dem sogenannten „Statement“ der CDU-Ministerpräsidenten, mit dem die acht Regierungschefs nach Lesart der meisten Mainstream-Medien Friedrich Merz angeblich „den Rücken gestärkt“ haben.
„Wenn die Ministerpräsidenten (wovon zwei auch noch politisch tot sind) nicht einmal mehr den Namen des Bundeskanzlers und ihres Parteivorsitzenden nennen, dann haben sie öffentlich mit ihm abgeschlossen“, schlussfolgert Julian Reichelt (“NiUS“).
▶ Zusätzlich kommt heraus: In dem vermeintlichen „Unterstützer-Brief“ soll der Name des Bundeskanzlers in einem ersten Entwurf des Schreibens noch gestanden haben, dann aber wieder gestrichen worden sein. Merz soll vor Wut getobt haben!
▶ Weiter sickerte durch, dass der Punkt „Zweitens“ in der Erklärung („Die CDU Deutschlands ist zur Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften bereit“) zuvor noch mit Blick auf die AfD in einer negativen, ausschließenden Weise formuliert gewesen sein soll. Nun steht dort, mit wem die CDU zusammenarbeiten wolle und nicht mehr, mit wem nicht.
„Solidaritäts-Vodoo“
Nicht alle Medien folgen dem Narrativ von der vermeintlich „stützenden“ Erklärung der CDU-Regierungschefs. Unter der Überschrift „Solidaritäs-Vodoo rettet Merz nicht“ analysiert das liberal-konservative Portal TICHYS EINBLICK zutreffend: „Mit jedem organisierten Merz-Unterstützer wird er noch mehr geschwächt.“ Der Kommentar hebt hervor, dass der bayerische Ministerpräsident, CSU-Chef Markus Söder, bezeichnenderweise nicht unterschrieben hat.
„Acht CDU-Ministerpräsidenten erklären dem Kanzler ihr Vertrauen. Nur Friedrich Merz selbst kommt in dem Brief nicht vor – auch ein anderer wichtiger Name fehlt“, betont die „NZZ“ unter Anspielung auf Markus Söder.
Die „FAZ“ schreibt: „Das Statement der CDU-Ministerpräsidenten ist auch ein Beleg, für wie groß sie die Not halten, in der sich der Kanzler und seine Regierung befinden.“
Dem MÜNCHNER MERKUR fällt auf: „Das Erstaunliche an der Treueerklärung der acht CDU-Ministerpräsidenten für Friedrich Merz ist nicht die Rückendeckung an sich, sondern dass sie so spät kommt.“
Die RHEINISCHE POST interpretiert das Schreiben so: „Die Erklärung nimmt vorweg, dass sich zunächst aus diesem Kreis niemand gegen den Kanzler stellen wird.“
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE unterstreicht: „Was das Schreiben indes nicht ist, ist auch klar: Ein Versprechen, mit diesem Kanzler noch einmal in eine Bundestagswahl zu ziehen.“
FAZIT: Die Galgenfrist für Merz wurde noch einmal verlängert – die CDU-Schmierenkomödianten spielen jetzt das Stück „Kanzlersturz auf Raten“.