AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat nach seinem alle Erwartungen übertreffenden historischen Wahlsieg den Anspruch der Landes-AfD auf die Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt angemeldet. Siegmund sagte am Abend im ZDF: „Wir haben einen klaren Regierungsauftrag.“
Obwohl die AfD nach letztem Stand die absolute Mehrheit von 42 Sitzen im Landtag um drei Mandate knapp verfehlt haben dürfte, ließ der große Wahlsieger Ulrich Siegmund seine grundsätzliche Bereitschaft erkennen, für das Amt des Ministerpräsidenten zu kandidieren.
Zugleich machte Siegmund aber auch klar, dass er sich nicht „verbiegen“ lassen werde. Der Wahlsieger ließ deshalb offen, wie er bei einer möglichen Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten eine parlamentarische Mehrheit erreichen wolle. Dies könne eine Fraktion sein oder „einzelne Abgeordnete“. Maßstab bleibe für die AfD ihr Regierungsprogramm „Vision 2026“, betonte Siegmund.
Politische Beobachter in Magdeburg deuteten dies so, dass die AfD ein Zusammengehen mit dem BSW nicht kategorisch ausschließt. Das Bündnis Sahra Wagenknecht hatte es letzten übereinstimmenden Hochrechnungen von ARD und ZDF zufolge am späten Abend nach einer Zitterpartie mit fünf Prozent offenbar doch noch knapp in den neuen Landtag geschafft. Auf Basis dieser Hochrechnungen hätte ein rechnerisch mögliches Bündnis von AfD und BSW 43 Sitze – also ein Mandat mehr, als für die absolute Mehrheit notwendig wäre.
In der Landeshauptstadt hielten sich am Abend auch hartnäckig Gerüchte über mögliche Überläufer zur AfD aus den Reihen der CDU-Landtagsfraktion.
Die Zahlen der ZDF-Hochrechnung (Forschungsgruppe Wahlen, Stand 21:49 Uhr):
– AfD: 44,0 Prozent
– CDU: 17,5 Prozent
– SPD: 9,0 Prozent
– „Grüne“: 9,0 Prozent
– Die Linke: 8,9 Prozent
– BSW: 5,0 Prozent
– FDP: 2,5 Prozent.
Die parallele Hochrechnung der ARD (Infratest Dimap, Stand 21:08 Uhr) wich nur minimal davon ab und sah die AfD ebenfalls bei 44,0 Prozent und das Bündnis Sahra Wagenknecht knapp über fünf Prozent.