Nach den erdrutschartigen Verlusten seiner sozialdemokratischen Labour-Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien gerät Premierminister Keir Starmer immer heftiger unter Druck. Mehrere Labour-Abgeordnete fordern einen „Zeitplan“ für einen Führungswechsel in der Partei.
Grund: Bei den Wahlen in England, Schottland und Wales hatte die national-patriotische Partei „Reform UK“ von Nigel Farage massiv an Stimmen hinzugewonnen. Die Labour Party musste desaströse Verluste vor allem in ihren einstigen Arbeiter-Hochburgen in Nordengland hinnehmen. In Schottland liegt Labour gerade noch gleichauf mit der migrationskritischen Farage-Partei. In Gesamt- England verlor Labour rund 1.400 Mandate in Regional- und Kommunalparlamenten, wo die Wähler massenweise für „Reform UK“ votierten. Im Regionalparlament in Wales verlor Labour die Mehrheit an die separatistische Partei Plaid Cymru.
Aus den Reihen von Labour werden die Rücktrittsforderungen lauter. „Wenn wir bei den nächsten Wahlen wieder mit Keir Starmer antreten, wird es eine Katastrophe“, sagte der etwa der einflussreiche Labour-Abgeordnete Clive Betts dem Radiosender der Zeitung „The Times“. Im Sender BBC erklärte Betts, es liege nun „in der Verantwortung des Kabinetts“, das „Gespräch“ mit dem Premierminister zu suchen. Die Partei müsse einsehen, dass dieser Zustand „nicht ewig andauern kann“. Es müsse „einen Zeitplan geben. Es muss einen Weg geben, in den kommenden Monaten auf ordnungsgemäße und konstruktive Weise tatsächlich eine neue Führung einzusetzen“, betonte der Labour-Politiker.
Starmer selbst bekräftigte seine Absicht, im Amt bleiben zu wollen.