Es ist der „Tag des Lokaljournalismus“ im sachsen-anhaltischen Salzwedel. Bei der „Bürgerfragestunde“ konfrontiert eine schwer krebskranke Frau Friedrich Merz (CDU) mit ihrer verzweifelten Lage. Sie könne sich nicht einmal mehr ihre eigene Beerdigung leisten, sagt sie. Ihr Hautkrebs sei im Endstadium, jetzt solle die Hautkrebs-Vorsorge gestrichen werden. Ihre Frage trifft Merz wie ein Keulenschlag: Warum werde bei einfachen Bürgern gespart, während die politische Klasse sich selbst schamlos bedient?
Was dann folgte, war an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Merz behauptete gleich mehrfach, „zu keinem Zeitpunkt“ sei darüber nachgedacht worden, die Bezüge der Regierungsmitglieder anzuheben. Er bat die Frau sogar darum, diese „falsche Behauptung“ nicht ungeprüft weiterzutragen. Eine glatte Lüge!
Fakt ist: Tatsächlich sah ein Gesetzesentwurf aus dem Hause von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Entsprechung von Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts für Bundesbeamte ein sattes Gehaltsplus von rund 65.000 Euro pro Jahr für Friedrich Merz und in fünfstelliger Höhe für Minister vor! Erst nach massiver öffentlicher Empörung wurde das Vorhaben gestoppt.