Ulmen-Fernandes: Deepfake-Verfahren eingestellt – oder doch nicht?

Neue Verwirrung in der Causa Ulmen-Fernandes: Die Staatsanwaltschaft Itzehoe habe die Vorermittlungen im Fall der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen vorläufig eingestellt, hieß es zunächst. Es gebe keine Ermittlungsansätze. Die mutmaßlich Geschädigte habe es schlicht unterlassen, die von den Ermittlern angeforderten Unterlagen und Beweise vorzulegen.

Dann hieß es plötzlich, die politisch weisungsgebundene Staatsanwaltschaft habe angekündigt, sie wolle die Ermittlungen doch wieder aufnehmen. Aber was hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe, einer Kleinstadt im schwarz-„grün“ regierten Schleswig-Holstein, überhaupt mit der Anzeige bei der Polizei in Berlin zu tun?

Peter Müller-Rakow, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Justizbehörde in Itzehoe, erläuterte, seine Behörde sei zuständig, weil die Geschädigte möglicherweise die Tat „im Zuständigkeitsbereich der hiesigen Staatsanwaltschaft entdeckt haben könnte“.

Fernandes hatte ihrem Ex-Mann vorgeworfen, sie über Jahre hinweg „digital vergewaltigt“ zu haben. Konkret soll Ulmen unter falschen Profilen ihre Identität missbraucht, in ihrem Namen sexualisierte Chats mit fremden Männern geführt und mittels KI täuschend echte pornografische Inhalte von ihr erstellt und verbreitet haben (sog. Deepfakes).

Der Fall wird bereits politisch instrumentalisiert (s. Thema des Tages). Die frühere „Grünen“-Chefin Ricarda Lang forderte gar eine Reaktion von Kanzler Friedrich Merz (CDU) „Ich würde mir wünschen, dass Friedrich Merz sich zu dem Fall Collien Fernandes äußert, denn er ist Bundeskanzler dieses Landes“, sagte die Bundestagsabgeordnete auf RTL/ntv. Als Bundeskanzler trage er auch Verantwortung dafür, „ob wir in einem Land leben, in dem sich Frauen sicher fühlen können – egal, ob auf der Straße oder im Netz“.

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