In die anhaltende Debatte über den Vorstoß des russischen Präsidenten Wladimir Putin, den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als möglichen Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen, hat sich auch der Europaabgeordnete Alexander Sell (AfD-Delegation/ESN-Fraktion) eingeschaltet. Sell, der Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im EU-Parlament ist, erklärte: „Jede potenzielle Möglichkeit einer diplomatischen Vermittlung im Ukraine-Krieg ist von Bedeutung und muss ernsthaft geprüft werden. Wer Frieden will, darf Gesprächsangebote nicht reflexhaft ausschlagen, wie EU-Außenbeauftragte Kallas es getan hat.“
Es sei ausdrücklich zu begrüßen, dass von russischer Seite überhaupt eine Initiative komme, betonte der AfD-Politiker, sagte aber auch: „Man muss diesem Vorschlag nicht blind vertrauen, aber man muss ihn wenigstens in Betracht ziehen.“
Sell wies darauf hin, dass Altkanzler Gerhard Schröder über Gesprächskanäle verfüge, „die andere deutsche Politiker längst verspielt haben“. Gerade in einem Krieg zähle „nicht die moralische Pose, sondern die Fähigkeit, überhaupt miteinander reden zu können“.
Weiter führte der AfD-Europapolitiker aus: „Schröder hat auf dem außenpolitischen Parkett als letzter großer Kanzler der SPD mehr Geschick bewiesen und sich um Deutschland mehr verdient gemacht als der Reisekanzler Merz, Außenminister Wadephul oder Kaja Kallas. Statt jeden Ansatz für Gespräche sofort zu diffamieren, sollten EU-Kommission und Bundesregierung endlich deutsche und europäische Interessen vertreten und jede Chance auf ein Ende des Blutvergießens nutzen. Was wir jetzt brauchen, sind erfahrene Diplomaten und keine ideologische Konfrontation.“