Peinlich, peinlich. Auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart Ende Februar hatte Friedrich Merz seinen schwäbischen Adlatus Manuel Hagel noch großspurig als „den nächsten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg“ angepriesen.
Zwei Wochen später dann die Blamage: Auf den letzten Metern haben die „Grünen“ den CDU-Grünschnabel doch noch überholt, die „grüne“ Herrschaft über das, was vom Autobauer-Musterland Baden-Württemberg noch übriggeblieben ist, geht in die vierte Legislaturperiode, und auf den Uralt-Maoisten Winfried Kretschmann folgt der gerissene Trickser Cem Özdemir als Anführer der „grünen“ Demontage-Regierung.
Und Manuel Hagel? Dem bleibt erst mal wieder nur die selbstgewählte Paraderolle der Merkel-Merz-Union: Den Kellner spielen für die „grün“-linken Deutschlandabschaffer, „Klima“-Ideologen und Wirtschaftszerstörer – und sich dabei darüber freuen, dass wenigstens ein paar Regierungsposten, Dienstwagen und andere Annehmlichkeiten noch herausschauen.
Es war aber am Ende auch zu einfach für die „Grünen“, den Miniatur-Merz Manuel Hagel auszukontern und ins Leere laufen zu lassen. Denn wenn man sich bei CDU-Nomenklaturisten wie Friedrich Merz und seinem Lehrling Manuel Hagel auf etwas verlassen kann, dann das: Egal was kommt, sie rennen wieder und wieder mit Anlauf gegen ihre selbstgebaute „Brandmauer“.
Dabei hatte Hagel, der Bankkaufmann aus dem Alb-Donau-Kreis in der Ulmer Provinz, sich das so schön ausgedacht: Vom Verdruss vieler Wähler über die „Grünen“ profitieren, ohne selbst etwas Unfreundliches gegen die „Grünen“ zu sagen, weil er mit denen ja dann doch wieder regieren wollte. Die AfD zum Hauptgegner erklären und lauter vernünftige Sachen aus dem AfD-Programm versprechen, die er am Ende doch nicht einhalten kann, weil ja von vornherein feststeht, dass er – die „Brandmauer“, Sie verstehen – ja doch wieder nur mit linken Parteien koalieren will. Wahlbetrug mit Ansage also nach der Methode Merz.
Hagels Masche war leicht zu durchschauen: Viel von „Wirtschaft“ reden und mit Schwiegersohn-Grinsen, ordentlich gebundener Krawatte und manierlichem Anzug das vor dem „Tagesschau“-Bildschirm dahindämmernde CDU-Klientel einseifen und sich so quasi im Schlafwagen auf den Ministerpräsidentensessel kutschieren lassen.
Aber da hat er die Rechnung ohne die „Grünen“ und ihre gesellschaftliche Macht in den Medien und der von ihnen gepäppelten „Zivilgesellschaft“ gemacht. Die haben nur am Anfang nett getan, um das schwarze Leichtgewicht in Sicherheit zu wiegen. Kurz vor Wahlkampfschluss einen acht Jahre alten Videoschnipsel mit einer lächerlich banalen Aussage Hagels über einen Schulbesuch bei einer Mädchenklasse lanciert, von den „grünen“ Hilfstruppen in den Medien zum Skandal aufgeblasen, und schon verhedderte und verstolperte sich der kalt erwischte CDU-Kandidat und sah auf einmal gar nicht mehr wie ein Sieger aus.
Den Ausschlag gaben dann die Stimmen der lastenradfahrenden Bionade-Bourgeoise in den Großstädten und der steuergeldfinanzierten Nettostaatsprofiteure aus dem NGO-Sumpf. Die „Grünen“ sind bekanntlich die Partei der von Staatsknete lebenden Besserverdiener – und derer, die es noch werden wollen –; von Leuten also, die von den katastrophalen Folgen „grüner“ Politik nicht unmittelbar betroffen werden.
In fünfzehn Jahren „Grünen“-Herrschaft ist dieser Sumpf kräftig gedüngt worden und tüchtig gewachsen. Mit 27.000 Stimmen lagen die „Grünen“ am Ende vor der CDU; hunderttausende potentielle „Grünen“-Wähler verdanken der „grünen“ Regierungspartei ein bequemes Einkommen auf Kosten anderer. Quasi eine „gekaufte Wahl“, kommentiert Julian Reichelt zugespitzt auf „Nius“. Aber alles natürlich ganz legal.
Nicht dass es einen großen Unterschied gemacht hätte, wenn die CDU am Ende doch nochMinisterpräsidentenpartei geworden wäre. Wer CDU wählt oder eine der anderen Altparteien, bekommt immer eine „grüne“, linke Regierung. Bei kaum einer Wahl war dieser groteske „Brandmauer“-Mechanismus so offensichtlich wie bei dieser Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Dennoch stehen die beiden „Brandmaurer“ Friedrich Merz und Manuel Hagel jetzt da wie begossene Clowns. Der Kanzler von rot-„grün“-linken Gnaden hatte sich das so ausgerechnet, dass ein Scheinerfolg zu Beginn des Wahljahres – ein Vorzeichenwechsel von „Grün“-Schwarz zu Schwarz-„Grün“ – ihm helfen könnte, die Wahlniederlagen im Herbst besser zu überstehen, wenn die CDU in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gegen die AfD untergehen wird.
Und Miniatur-Merz Manuel Hagel hätte so gerne selbst „Minischderbräsidend“ gespielt. Die Richtlinien der Politik hätten zwar so oder so die „Grünen“ bestimmt, aber das wäre ihm vermutlich egal gewesen; er ist ja in der CDU, da zählen am Ende nur Ämter, Pöstchen und Dienstwagen. Und außerdem, sagen ihm seine Einflüsterer, ist er ja noch jung, gerade mal 37; da kann er es in fünf Jahren ja nochmal probieren.
Blöd nur für die Schwaben und Badener, dass bis dahin vom einst wohlhabenden Industrieland Baden-Württemberg vermutlich kaum noch ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Das allerdings hat sich die Mehrheit der Baden-Württemberger selbst zusammengewählt, als über 60 Prozent von ihnen wieder für „Grün“-Schwarz/Schwarz-„Grün“ gestimmt haben.
Vielleicht merken sie ja noch, dass die Krise nicht kleiner wird, wenn man immer wieder dieselben Versagerparteien wählt, die sie angerichtet haben. Das wäre zwar schlecht für Manuel Hagel – aber gut für das Land.