Das Herz schlägt links – die Zunge schmeckt rechts: Im baden-württembergischen Landtagswahlkampf hat sich die so ziemlich scheinheiligste Szene abgespielt, die es in der deutschen Politik seit langem gegeben hat! Unter anderem die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete.
SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch besuchte die Tafel in Brühl, sprach vor der Kamera mit Bedürftigen – also mit Menschen, die kein Geld mehr für Lebensmittel haben.
Unfassbar: Direkt danach schickte der Sozialdemokrat seinen Chauffeur über die nahe Grenze nach Frankreich, um für sich selbst nach eigenem Bekunden leckere Entenpastete, frisches Baguette und gute Wurstwaren einzukaufen. Offenbar war dem Genossen das Angebot der Tafel nicht gut genug.
Zynischer (dümmer?) geht’s immer: Stoch ließ sich bei seinem kulinarischen Ausflug auch noch vom „Südwestrundfunk“ (SWR) filmen. Im Netz brach ein Shitstorm los.
Der SPD-Spitzenkandidat bedauert die Szene inzwischen. Die Sequenz müsse im Kontext des Besuchs bei der Tafel in Brühl „irritierend wirken“, sagte Stoch der Nachrichtenagentur dpa. „Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen.“
Laut letzten Umfragen stehen die Genossen eine Woche vor der Landtagswahl im Südwesten bei neun Prozent. Da ist bestimmt noch Luft nach unten!