Nachdem Bundesrat und Bundestag zugestimmt haben, ist der Weg frei für die Wiedereinführung des sogenannten Tankrabatts zum 1. Oktober. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, die Energiesteuern auf Diesel und Benzin von Oktober bis Dezember um etwa 14 Cent pro Liter zu senken. Einschließlich der Mehrwertsteuer entspricht dies – Weitergabe durch die Mineralölkonzerne vorausgesetzt – einer Entlastung von rund 17 Cent. Ein Tropfen auf den heißen Stein – mehr nicht. Unter einer AfD-Regierung würde der Spritpreis um ein Vielfaches runterknallen, wie Berechnungen des Deutschland-Kuriers ergeben haben.
Achtung Autofahrer: Wenn alle Entlastungsforderungen der AfD vollständig umgesetzt würden, läge der Spritpreis in Deutschland rein rechnerisch aktuell bei ca. 1,54 € pro Liter Super E10 und 1,83 € pro Liter Diesel. Die Berechnung basiert auf den bundesweiten Durchschnittspreisen von 2,25 € für Super E10 und 2,41 € für Diesel (Stand: 25. September 2026). Die absolute Steuerersparnis je Liter betrüge somit rund 0,71 € bei Benzin und 0,58 € bei Diesel.
Was schlägt die AfD konkret vor?
Die Kernforderungen der AfD-Bundestagsfraktion setzen sich aus drei wesentlichen steuerlichen Anpassungen zusammen:
Super E10:
➡ Wegfall der CO₂-Abgabe: Die vollständige Abschaffung des aktuellen CO₂-Preises (ca. 55–65 € je Tonne im Jahr 2026) senkt den Nettopreis um rund 15,7 Cent pro Liter.
➡ Senkung der Energiesteuer auf das EU-Mindestmaß: Statt des regulären Satzes von 65,45 Cent würden nur noch 35,90 Cent pro Liter anfallen – was eine Ersparnis von 29,55 Cent netto ergibt.
➡ Reduzierung der Mehrwertsteuer: Auf den verbleibenden Literpreis abzüglich vorstehender Steuerreduzierungen will die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent senken. An der Zapfsäule stünde dann ein Literpreis von 1,54 Euro! So tief war der Spritpreis zuletzt im Frühjahr 2021.
Diesel
➡ Wegfall der CO₂-Abgabe: Dadurch wäre Diesel auf einen Schlag sogar rund 17,8 Cent pro Liter günstiger. Der Grund für die höhere Ersparnis beim Diesel liegt in der höheren Dichte und dem größeren Kohlenstoffanteil pro Liter im Vergleich zu Benzin. Da die CO₂-Abgabe direkt an die Menge des freigesetzten Treibhausgases gekoppelt ist, spart ein Wegfall beim Diesel rechnerisch immer mehr Cent pro Liter ein als bei Benzin.
➡ Senkung der Energiesteuer auf das EU-Mindestmaß: Der Steuersatz sinkt von regulär 47,04 Cent auf das europäische Minimum von 33,00 Cent pro Liter – Ersparnis: 14,04 Cent netto.
➡ Reduzierung der Mehrwertsteuer: Auch hier greift die vorgeschlagene Senkung des Steuersatzes auf 7 Prozent auf den neuen, niedrigeren Zwischenbetrag. Gesamtersparnis: 0,58 Cent!
Da es sich in Bezug auf die AfD-Vorschläge um eine rein rechnerische Simulation handelt, gelten – wie auch beim sogenannten Tankrabatt – in der Praxis zwei Einschränkungen:
1. Weitergabe der Entlastung durch Mineralölkonzerne
2. Preisschwankungen für Rohöl auf dem Weltmarkt.
Kritiker wenden ein:
1. Allein die von der AfD-Fraktion konkret eingebrachten Gesetzesinitiativen zur Senkung der Treibstoff- und Energiekosten würden sich auf rund 50 Milliarden Euro pro Jahr summieren. Bereits der vollständige Wegfall der CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe (Benzin, Diesel, Heizöl und Gas) dürfte sich auf ca. 21,4 Milliarden Euro jährlich belaufen. Diese Summe würde direkt dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) fehlen.
2. Durch die dauerhafte Reduzierung der Energiesteuern auf Benzin, Diesel und Strom müsste der Gier-Staat auf ca. 21 Milliarden Euro pro Jahr verzichten.
3. Das Herabsetzen der Umsatzsteuer von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von 7 Prozent für Gas und Kraftstoffe würde weitere Steuerausfälle von rund neun Milliarden Euro jährlich verursachen. Betroffen wären Bund (ca. 4,3 Milliarden Euro) sowie die Bundesländer und Kommunen.
Wer soll das bezahlen?
Da die AfD die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse beibehalten will, fordert sie zur Deckung dieser Milliardenlöcher radikale Kürzungen an anderen Stellen des Haushalts:
1. Vollständige Streichung von Ausgaben für den Klimaschutz und die Energiewende.
2. Sofortiger Stopp von Entwicklungshilfezahlungen ins Ausland.
3. Stopp sämtlicher finanzieller und militärischer Ukraine-Hilfen.
4. Drastische Budgetkürzungen bei Asyl- und Migrationsausgaben, politischen Stiftungen, NGOs sowie dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
FAZIT: Nichts ist unmöglich – es kommt allerdings auf den politischen Willen an!