Kommunalwahlkampf Niedersachsen: Weiß Kanzler Merz eigentlich noch vor, vor wem er spricht?

Es war ein gespenstischer Auftritt von Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Wochenende im niedersächsischen Kommunalwahlkampf: Bei einem weiteren, weitgehend abgeschirmten Auftritt im Maritim-Airport-Hotel in Hannover-Langenhagen trat er als „Ehrengast“ der CDU Niedersachsen für die Kommunalwahlen am 13. September auf.

Ungeachtet des Job-Kahlschlags bei VW stellte Merz instinktlos u.a. das Thema Klimawandel in den Mittelpunkt seiner Rede, als ob die Beschäftigten bei Europas (noch) größtem Autobauer keine anderen Sorgen hätten. Er verabschiedete sich zugleich vom alten CDU-Credo „Wohlstand für alle“ und forderte stattdessen einen „Wohlstand für alle Generationen“. Merz kritisierte, dass die ältere Generation heute im ökologischen und ökonomischen Sinne mehr verbrauche als die junge Generation.

Befremdlich wirkte auf Teilnehmer vor allem: Merz begrüßte die vorläufige Einigung des VW-Aufsichtsrats, die den Abbau von bis zu 50.000 Stellen (!) vorsieht. Dass Merz im selben Atemzug über Klimawandel und Generationengerechtigkeit sprach, während in Niedersachsen Volkswagen brennt, sorgte bei nicht wenigen im handverlesenen CDU-Publikum für Kopfschütteln.

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