„Wir wollen nur unser Zuhause zurück“ Brutal zwangsgeräumt: Polizeikommando wirft sechsköpfige Dresdener Familie auf die Straße

Der Staat ist das kälteste aller Ungeheuer, wusste schon der Sachse Friedrich Nietzsche. Eine sechsköpfige Dresdener Familie musste das am eigenen Leib erfahren. Morgens um sechs stürmte ein bewaffnetes Spezialkommando der Polizei ihr Haus im Stadtteil Leuben, drückte den 57jährigen Familienvater brutal gegen eine Wand, so dass er eine Platzwunde erlitt, warf das Ehepaar mit seinen vier Töchtern auf die Straße und räumte ihr Zuhause leer.

Dabei ist das zweistöckige Haus an der Stephensonstraße, das die Familie 2009 erworben hat, schuldenfrei. Die Redniks – so nennen sie sich – haben das Haus mit eigenen Händen instandgesetzt und bewirtschaftet, sich selbst versorgt und keinerlei staatliche Hilfe oder Leistungen in Anspruch genommen. Ihr einziges „Verbrechen“: Sie haben seit 2015 auch keine Grundsteuer mehr gezahlt.

Deshalb hatten die Behörden schon im Jahr darauf ein Verfahren zur Zwangsversteigerung eingeleitet. Im letzten November wurde das schuldenfreie Zuhause der Familie verkauft und schließlich unter Beteiligung des Amtsgerichts Dresden zwangsgeräumt. Die Beamten gingen dabei mit roher Gewalt vor: Ein Maskierter zielte mit einem Gewehr auf eine der Töchter, Tor und Fenster wurden zerschlagen, obwohl die Haustüre nicht einmal ein Schloss hat, wie die Mutter schockiert berichtet.

Seither sitzt das Ehepaar Rednik mit seinen vier Kindern buchstäblich auf der Straße. Der Familienvater verbrachte die erste Nacht mit seinen drei erwachsenen Töchtern aus Protest auf der Straße vor seinem Haus, während die Mutter mit der vierten, noch minderjährigen Tochter zunächst bei einer hilfsbereiten Nachbarin Unterschlupf fand.

Für die 27jährige Frau war das „eine Selbstverständlichkeit“. Wie es für die sechsköpfige Familie, die auf einen Schlag obdachlos geworden ist, weitergehen soll, ist ungewiss. Nachbarn und Passanten zeigen sich solidarisch und bieten ihnen Unterstützung an. „Hilfe“ von den Behörden lehnt der Familienvater konsequent ab: „Wir gehen doch nicht in eine Notunterkunft von den Verbrechern, die uns vor die Tür gesetzt haben.“

Mit „Reichsbürgern“ oder „Querdenkern“ habe man nichts zu tun, stellt die Mutter klar. „Wir wollen ja nur in Ruhe gelassen werden“, meint der Familienvater. Auch an den Tagen darauf saßen die Redniks auf der Straßenkreuzung vor ihrem weggenommenen Haus und nächtigten auf der Straße, um „gegen das kaputte System“ zu protestieren. Einfach aufgeben wollen sie nicht; „wir bleiben hier, bis wir unser Zuhause wiederhaben“, spricht eine der Töchter für die ganze Familie.

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