Firmensterben: Jede Stunde geben in Deutschland 21 Betriebe auf!

Auch in der Wirtschaftspolitik „ist die Wende eingeleitet“, tönte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor einem Jahr im Deutschen Bundestag. Das Ergebnis dieser Politik kann aktuell besichtigt werden: 187.000 Unternehmen haben im vergangenen Jahr in Deutschland aufgegeben – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Besonders betroffen sind Industrie, Mittelstand und Gastronomie. Im Schnitt sterben jede Stunde 21 Betriebe.

Die aktuellen Daten einer gemeinsamen Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sind alarmierend: Das Firmensterben in Deutschland hat Ausmaße angenommen wie zuletzt vor 20 Jahren. Die Krisendynamik reißt längst auch an sich gesunde Betriebe mit mittlerer bis guter Kreditwürdigkeit in den Abgrund.

Stilles Sterben

Es ist meist ein schleichender Tod: Der Analyse zufolge basieren nur 13 Prozent der Schließungen auf einer echten Unternehmenspleite. Die große Mehrheit, 87 Prozent der Firmen, wickelt das Geschäft geräuschlos und freiwillig ab.

Zwar erfolgt fast ein Drittel aller freiwilligen Aufgaben aus Altersgründen, weil Inhaber im Ruhestand keinen Nachfolger finden – im Klartext: weil kein potentieller Käufer im Unternehmen noch eine Zukunft sieht; aber die meisten Firmenschließungen haben ihre Ursachen in den horrenden Energiepreisen (Stichwort u.a. Russland-Sanktionen), in steigenden Personalkosten und in einer überbordenden Bürokratie. Den Rest besorgen Steuern sowie geopolitische Krisen, internationale Handelskonflikte und Zölle.

Diese Branchen hat es im vergangenen Jahr am härtesten getroffen:

► Bauwirtschaft: 24.000 geschlossene Betriebe (+12 Prozent)

► Industrie: Rund 11.000 Betriebsschließungen (+10 Prozent)

► Gastgewerbe: 15.000 geschlossene Betriebe (+15 Prozent)

► Gesundheitswesen: 11.000 Aufgaben – darunter 5.500 Arztpraxen (+23 Prozent).

Runter mit den Steuern!

Die AfD macht vor allem die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung (Klima-Irrsinn, Russland-Sanktionen, Steuern) für das Firmensterben und die Deindustrialisierung in Deutschland verantwortlich. Die AfD fordert deshalb immer wieder mit Nachdruck Steuersenkungen, einen Stopp der Erneuerbaren Energien und einen Wiedereinstieg in die Kernkraft sowie ein Ende der Russland-Sanktionen (hier insbesondere des Gas-Boykotts). Schwarz-Rot treibe Deutschland vollends in den Ruin. Die neuen Zahlen seien „Ausdruck einer schweren strukturellen Krise“, erklärte der mittelstandspolitische Sprecher der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion, Christian Köhler.

FAZIT: Aus dem „Wirtschaftsstandort Deutschland“ wird immer mehr ein „Hier stand mal Deutschland“. Das machen auch Zahlen des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall deutlich: Seit 2019 gingen in der Metall- und Elektroindustrie rund 340.000 Arbeitsplätze verloren. Allein dieser Beschäftigungsrückgang bedeutet einen Verlust von etwa 40 Milliarden Euro an Wertschöpfung für die deutsche Volkswirtschaft. Gleichzeitig wächst die Arbeitsproduktivität deutlich schwächer als in früheren Jahrzehnten.

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