10.000 Euro: CDU-Bürgermeister outet sich als Spender für den Wahlkampf von Ulrich Siegmund – „Ich wähle die AfD!“

Paukenschlag in Sachsen-Anhalt gut zwei Wochen vor der Landtagswahl: Der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange 10.000 Euro an die Landes-AfD gespendet. Bei der Wahl am 6. September will der Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe (Landkreis Stendal) für die AfD stimmen, wie der 59-Jährige in einem „Offenen Brief“ ankündigte. Der CDU-Landesverband droht ihm mit Parteiausschluss. Ein Sprecher des AfD-Landesverbandes bestätigte den Eingang von zwei Zahlungen über jeweils 5.000 Euro.

Fuhrunternehmer Bernd Prange, seit 1992 CDU-Mitglied, sitzt seit 1999 für die Union im Kreistag Stendal. Es ist der Landkreis, aus dem AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kommt.

In seinem Schreiben begründet der leidenschaftliche Kommunalpolitiker die Spenden mit dem aus seiner Sicht linken Kurs seiner eigenen Partei. Bei der Landtagswahl am 6. September wolle er selbst die AfD wählen. Er wünsche sich eine absolute Mehrheit für Ulrich Siegmund, damit die CDU ihren Kurs ändere und die sogenannte Brandmauer zur AfD aufgebe.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte beim Landesparteitag im Juli mit der Mitteilung überrascht, dass es eine größere Spende eines CDU-Bürgermeisters gebe, ohne allerdings Einzelheiten zu verraten.

Tiefe Sorge um das Land

„Das war keine spontane Entscheidung und erst recht keine Leichtfertigkeit. Es war ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land“, schreibt Prange.

Sein „Offener Brief“ ist politischer Sprengstoff gut zwei Wochen vor der Wahl am 6. September und dürfte viele, noch zögernde CDU-Wähler nachdenklich stimmen.

„Union muss aufwachen, Merz muss weg!“

Wörtlich heißt es darin: „Ich wünsche mir, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie alleine regieren kann. Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht. Damit die Brandmauer fällt. Damit sich die Partei gegen ihren Linkskurs wehrt. Und damit Friedrich Merz abgesetzt wird – als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der Union preisgibt.“

Gemeinsamer Wille zum Erhalt der Heimat

Ausführlich begründet Prange seine Entscheidung mit einer Abkehr der CDU von konservativen Werten und einer Annäherung an linke Kräfte. Zugleich erlebe er, dass im Kreistag von Stendal eine Zusammenarbeit mit der AfD gut möglich sei. „Diese Zusammenarbeit beruht auf Gemeinsamkeiten und dem Willen zum Erhalt unserer Heimat – nicht auf ideologischer Feindschaft. Was das leugnet, leugnet die Realität vor Ort.“

„CDU zerstört sich selbst“

Und weiter: „Dieser offene Brief soll die Gesellschaft wachrütteln. Er soll vor allem die CDU wachrütteln. Es ist höchste Zeit, dass sich die Union von extrem linken Kräften und von all jenen trennt, die mit den Linken oder auch Grünen paktieren wollen – namentlich auch von Personen wie Sven Schulze. Wer die Brandmauer zur AfD verteidigt, während er gleichzeitig nach links schielt, zerstört die CDU als bürgerliche Volkspartei.“

Der Deutschland-Kurier dokumentiert nachfolgend das Schreiben des CDU-Mutbürgermeisters aus Sachsen-Anhalt in voller Länge.

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