Der mit militärischen Ehren empfangene ukrainische Präsident Wolodomyr Selenskyj kann zufrieden sein – sein jüngster Berlin-Besuch hat sich wieder einmal gelohnt: Deutschland und die Ukraine haben den Ausbau ihrer Beziehungen zu einer „strategischen Partnerschaft“ vereinbart. Die Zusammenarbeit solle künftig weit über die militärische und finanzielle Hilfe Deutschlands hinausgehen, unterstrich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die Bundesregierung sagte der Ukraine zu, die Lieferung von mehreren Hundert Patriot-Raketen durch das US-Unternehmen Raytheon zu finanzieren. Darüber hinaus sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Zusätzlich wurde die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite vereinbart. Das Projekt umfasst auch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Ziel der Lieferung von Tausenden von unbemannten Flugkörpern.
Selenskyj war am Dienstag (14. April) von Merz im Bundeskanzleramt empfangen worden. Dabei ging es auch um den bisher von Ungarn blockierten EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine. Merz forderte eine „sehr zeitnahe“ Auszahlung der Gelder, für die vor allem die deutschen Steuerzahler haften müssen.