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Gefährder des Jahres: Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Schauspieler und Kriegspräsident – frech – korrupt – größenwahnsinnig

Was für eine Darbietung, was für eine Karriere: Seit in der Ukraine die Waffen sprechen und die Panzer rollen, vergeht kein Tag, an dem Wolodymyr Selenskyj nicht in den deutschen und westlichen Medien als Kriegsheld und Verteidiger „westlicher Werte“ gefeiert wird. Andächtig tragen sie seine unablässigen Forderungen nach mehr Waffen und mehr Geld in die Welt hinaus. 

Reihum pilgern Staatsoberhäupter und Spitzenpolitiker der gesamten westlichen Welt nach Kiew zum Fototermin mit dem ukrainischen Kriegspräsidenten. Parlamente und internationale Gremien reißen sich darum, ihn einzuladen, damit er ihnen anklagende und fordernde Reden hält, in persona oder wenigstens als Videoschalte. 

Stets trägt er dabei das ewig gleiche olivgrüne T-Shirt, das er mit dem dezent ungepflegten Kampfbart zu seinem Markenzeichen gemacht aht, wenn er in seinen allabendlichen Videoansprachen Durchhalteparolen und Endsiegbotschaften an die Bürger und Soldaten der Ukraine aussendet. Selenskyj hier, Selenskyj da, Selenskyj überall.

Es ist die Rolle seines Lebens: der kleine David, der dem Goliath Russland furchtlos die Stirn bietet und dafür vom Rest der Welt nichts weiter verlangt als Geld ohne Ende und alle Waffen, die er kriegen kann, gerne auch völkerrechtlich geächtete Streubomben und Phosphorgranaten. Er ist ja der kritiklos bewunderte Kriegsgott des Westens, der nicht so lieferwillige Regierungen ungestraft beschimpfen und selbst den deutschen Bundespräsidenten, der sich nach Kriegsausbruch artig zum Besuch angemeldet hatte, erst einmal ausladen darf – warum soll er da nicht auch das Kriegsvölkerrecht neu schreiben.

An der Wiege gesungen hat ihm das keiner, als er vor 45 Jahren in der tristen sowjetischen Industriestadt Kriwoj Rog (ukrainisch: Krywyj Rih) als Sohn eines Akademikerehepaars auf die Welt kam. Dass er es als Schauspieler und Witzereißer noch weit bringen würde, war allerdings schon recht früh klar. 

Mit schrillen Auftritten und derben Possen – eine seiner Paraderollen: Nackt hinter einem Piano stehen und vorgeben, die Tasten des Instruments mit seinem Gemächt zu bedienen – machte Selenskyj im russischen Staatsfernsehen rasch Karriere. Russlands Reiche und Mächtige buchten ihn gern privat als Hofnarr, dem auch Witze über die korrupte Ukraine locker von den Lippen gingen. „Die Ukraine ist wie eine Darstellerin in einem deutschen Porno: Kriegt nie genug und am liebsten von allen Seiten“, witzelte Selenskyj noch 2016 bei einem Auftritt im lettischen Ostseebad Jurmala.

Richtig steil nach oben ging es mit ihm, als er sich mit dem ukrainischen Oligarchen Ihor Kolomojskyj zusammentat – einem aus jener Handvoll schwerreicher Milliardäre, die nach dem Ende der Sowjetunion die Ukraine unter sich aufgeteilt hatten und ohne die in der ukrainischen Wirtschaft und Politik nichts läuft.

Kolomojskyj machte Selenskyj zum Zugpferd seines persönlichen Fernsehsenders „1+1“ und zum Teilhaber einer Produktionsfirma. Für den Fernsehkomiker lohnte sich das nicht nur finanziell. Durch die populäre TV-Serie „Diener des Volkes“ („Sluha narodu“), in der Selenskyj einen aufrechten Geschichtslehrer spielte, der unversehens zum Präsidenten gewählt wird und den korrupten Augiasstall der ukrainischen Politik ausmistet, wurde er selbst zur politischen Figur. 

Bei der Präsidentenwahl 2019 brachte Kolomojskyj seinen Star als Kandidat gegen seinen Intimfeind in Stellung, den Schokoladen-Oligarchen Petro Poroschenko, der seit dem von den USA dirigierten Majdan-Putsch von 2014 das Präsidentenamt innehatte. Mit der massiven Unterstützung seines Gönners Kolomojskyj, der die von ihm unterstützte „Partei des entschlossenen Wandels“ nach der erfolgreichen TV-Serie in „Diener des Volkes“ umbenannten, wurde Selenskyj 2019 selbst zum Präsidenten gewählt.

Der Frust über das kaputte und korrupte politische System der Ukraine hatte Selenskyj ganz nach oben gebracht. Die Hoffnungen, dass er wie seine TV-Figur mit eisernem Besen aufräumen würde, konnte er natürlich nicht erfüllen, denn er war selbst ein Produkt dieses Systems. 

Selenskyj leitete „Reformen“ und Privatisierungen ein, die US-Konzernen noch ungenierter als unter Poroschenko die Türen öffneten. Eine Landreform ermöglichte auch privaten Investoren den Erwerb wertvollen ukrainischen Agrarlandes. Sein vages Versprechen, für Frieden in der Ostukraine zu sorgen, wo sich Teile der russischsprachigen Bevölkerung von Kiew losgesagt hatten, versandete dagegen im Ungefähren.

Schon 2019 war durch die „Pandora Papers“ herausgekommen, dass Selenskyj ein gewaltiges Vermögen angehäuft hatte, das in Form von Offshore-Konten und Luxusimmobilien weit weg von zu Hause geparkt war. Der Geheimdienst verhinderte die Veröffentlichung eines Dokumentarfilms ukrainischer Investigativjournalisten über die dubiosen Geschäfte des Präsidenten.

Ein „Oligarchengesetz“, das Selenskyj im Sommer 2021 vorantrieb, verfolgte vor allem das Ziel, dem Präsidenten mehr Befugnisse zu geben und die Macht rivalisierender Bosse zu beschränken. Der ukrainische Journalist Sergii Rudenko schreibt in seiner Selenskyj-Biographie, die kürzlich aktualisiert auch auf Deutsch erschienen ist, Selenskyj habe einfach die alte Garde mit eigenen Leuten ersetzt und Dutzende seiner Weggefährten auf einflussreiche Posten gesetzt.

„Korrupt wie eh und je“ urteilte die „Süddeutsche Zeitung“ noch ein Jahr vor Kriegsausbruch über den Absturz des Populisten Selenskij; die Jahre seiner Präsidentschaft seien für die Ukraine wohl ebenso „verlorene Jahre“ wie die Regierungszeiten seiner Vorgänger. Im Januar 2022 war nur noch ein Fünftel der Ukrainer Umfragen zufolge mit Selenskyjs Präsidentschaft zufrieden.

Der Beginn der russischen Militäroperation änderte das Spiel noch einmal. Selenskyj nutzte sein Blatt nicht nur für die Selbstinszenierung als Mobilisator des Widerstandswillens und Organisator von Waffen und internationaler Unterstützung, sondern auch für die Absicherung seiner eigenen Position. 

Selenskyj entmachtete mit erweiterten Kriegsbefugnissen das Parlament, schaltete die Medien gleich, ließ unter dem Deckmantel des Vorgehens gegen russische Einflüsse Parteien und Organisationen der Opposition verbieten und Oppositionspolitiker verhaften. Selbst Schlüsselfiguren in Regierung und Militär können über Nacht ihren Job verlieren, wenn sie ihm in die Quere kommen.

Schon nach seinem Absturz in den Meinungsumfragen Anfang 2021 hatte Selenskyj den „Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat“ unter Missbrauch der verfassungsmäßigen Befugnisse dazu benutzt, mehrere Oppositionsparteien zu verbieten, Oppositionspolitiker zu verhaften, ihr Eigentum zu beschlagnahmen und Richter abzusetzen. 

Das passt schlecht zum Bild des „Verteidigers der westlichen Werte“, das hierzulande die Medien dominiert. „Meines Erachtens nutzt Zelensky diesen Krieg nur, um die diktatorischen Tendenzen innerhalb seines Regierungsregimes zu stärken, die sich unmittelbar nach seiner Machtübernahme herausbildeten“, urteilt die ukrainische Wissenschaftlerin Olga Baysha.

Auch finanziell scheint sich der Krieg für ihn zu lohnen; sein Privatvermögen, das vor Kriegsausbruch auf 850 Millionen Dollar geschätzt worden war, dürfte inzwischen die Milliardengrenze überschritten haben. Was aus den reichlich fließenden internationalen Hilfen wird, bleibt weithin im Dunkeln; Bilder ungenierter Protzerei mit nagelneuen Luxusautos aus der Beraterclique des Präsidenten erregen trotz aller Medienzensur Unmut im Volk. Auch in Washington mehren sich die Zweifel an dem kostspieligen Vasallen, seinen seltsamen Personalentscheidungen und seinem intransparenten Umgang mit den reichlich gelieferten Geldern und Gütern.

Dass Selenskyj wiederholt den Kiewer Bürgermeister Witalij Klitschko attackiert hat, kommt wohl ebenso nicht von ungefähr. Insider sehen in ihm schon den nächsten Präsidenten der Ukraine – die nächsten Wahlen stehen 2024 an. Klitschko braucht dafür nur die Unterstützung der wichtigsten Oligarchen. Durchaus naheliegend, dass Wolodymyr Selenskyj auch ganz persönlich kein gesteigertes Interesse daran hat, dass der Krieg in seinem Land allzu bald zu Ende geht.

 

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