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Gefährder der Woche: Pöbel-Ralf Stegner

Linker – Hetzer – Miesepeter 

Endlich: „Pöbel-Ralle“, der Lieblings-Sozi der sozialen Medien, ist wieder auf Sendung und beeindruckt zum neuen Jahr das Publikum mit einer frischen Probe seiner geistigen Schlichtheit: „Atomfans“, die die EU-Entscheidung zur Nachhaltigkeit von Kernenergie begrüßten? Stehen für Stegner in einer Reihe mit „Impfgegnern, Coronaleugnern und Rechtsradikalen“. 

Mehr Feindbilder konnte er auf die Schnelle wohl nicht zusammenkratzen, aber die Botschaft ist klar: Wer gegen die „Grün“-Roten und ihren ideologischen Mist ist, der ist automatisch ein böser Rechtsradikaler. Alles Nazis, außer Ralf. So einfach kann die Welt sein.

Für Ralf Stegner war die Welt zuletzt allerdings eher langweilig. Fast zwei Jahrzehnte, bis letztes Jahr, war er Landtagsabgeordneter, zeitweise Fraktionschef und Oppositionsführer und anfangs ein paar Jahre auch Landesminister in Schleswig-Holstein. Nur bis auf einen Spitzenposten hat er es nie gebracht: Nicht zum Ministerpräsidenten an der Küste, ja nicht mal zum Spitzenkandidaten; da ließ ihn – das war vor zehn Jahren – die eigene Partei durchrasseln und nahm lieber einen farblosen, aber irgendwie seriös wirkenden Oberbürgermeister, der dann auch Regierungschef wurde.

Als SPD-Parteichef wollten ihn die Genossen auch nicht, obwohl der Posten vor zwei Jahren regelrecht verramscht wurde. Stegner trat im Doppelpack mit der Talkshow-Nervensäge Gesine Schwan an, die man eigentlich längst auf eine Professorenstelle ganz hinten an der Oder abgeschoben glaubte. Das kam wohl auch dem einfältigsten Parteisoldaten eher wie Satire vor. Dass der schließlich erkorene neue Parteichef Norbert Walter-Borjans ausgerechnet ihn, Stegner, anstelle von Olaf Scholz zum Bundesfinanzminister und Vizekanzler hätte machen wollen, war übrigens tatsächlich ein Satire-Streich, auf den Stegner prompt reingefallen ist.

Den Vize-Parteivorsitz wollte er dann nach fünf Jahren auch nicht mehr haben. So richtig traurig war darüber in der SPD keiner. Liegt wohl daran, dass „Pöbel-Ralle“ mit seiner notorisch schlechten Laune, den permanent runtergezogenen Mundwinkeln und seinem miesepetrigen Gepoltere auch in den eigenen Reihen eher als Wählerschreck gilt. Schließlich hatte er in Kiel schon 2009 mit einem seiner berüchtigten Ausfälle die Koalition mit der CDU in die Luft gejagt und anschließend ein Rekord-Negativergebnis für die SPD eingefahren.

Trotz allem hat es im letzten September noch für ein warmes Plätzchen im neuen Monster-Bundestag gereicht, von dem aus Ralf Stegner munter weiterpöbeln kann. Sein schlichtes Weltbild ist das gleiche geblieben: Links ist gut, nicht-links ist böse, und böse Menschen können deshalb keine Linken sein. Mit dieser Dialektik für geistig Arme hat Stegner schon 2017 versucht, die organisierten linksextremen Krawalltruppen, die beim G20-Gipfel Hamburg in Brand gesteckt hatten, einfach mal wegzudefinieren. Ob er da selbst drauf gekommen ist oder ob ihm sein Sohn das so erklärt hat, der sich dem Vernehmen nach selbst mit Vorliebe bei linksextremen „Antifa“-Gruppen herumtreibt – wer weiß.

Auch sonst ist „Pöbel-Ralle“ sich für keinen linksradikalen Blödsinn zu schade. Er stachelt gern mal selbst zur Gewalt gegen politische Gegner auf („man muss Positionen und Personal der Rechtspopulisten attackieren“), hält Enteignungen für ein Mittel gegen Wohnungsnot, und zu Weihnachten 2019 empfahl er, nachdem er selbst schon nicht Parteivorsitzender geworden war, über kurz oder lang die „Fusion“ der SPD mit der „Linken“, um – ganz im Tonfall von Ulbricht und Grotewohl – die „Spaltung der demokratischen Linken“ zu überwinden. Ob diese neue Einheitspartei dann auch wieder SED heißen soll, hat er übrigens nicht gesagt.

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