Während die Bundesregierung von CDU-Kanzler Friedrich Merz für dieses Jahr weitere Ukraine-Hilfen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro plant, ist die Zahl der Firmenpleiten nicht zuletzt aufgrund der hohen Energiekosten so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Jetzt hat es eine der ältesten Brauereien Deutschlands erwischt: Das 1627 gegründete Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Hohe Energiekosten und ein seit Jahren schrumpfender Biermarkt haben das Traditionsunternehmen in die Knie gezwungen. Vier Jahrhunderte Braugeschichte sind damit so gut wie ausgelöscht. Zu den bekanntesten Spezialitäten des niedersächsischen Hofbrauhauses gehört der „Schwarze Herzog“, ein untergäriges Schwarzbier.
Aus der Chefetage der Firma hieß es, wie viele andere mittelständische Brauereien habe man im Zuge der Russland-Sanktionen besonders unter den hohen Energiekosten gelitten. Denn der Brauprozess ist extrem energieintensiv. Große Mengen an Wasser müssen beim sogenannten Würzekochen erhitzt werden. Dann muss die heiße Würze aufwendig heruntergekühlt werden. Hinzu kommen weitere energieintensive Arbeitsprozesse wie die Reinigung von Mehrwegflaschen sowie der Betrieb der Abfüllanlagen.
Während die Energiekosten in modernen Großbrauereien etwa zehn bis 15 Prozent der Herstellungskosten ausmachen, sind es bei kleineren und mittelständischen Betrieben wie Wolters oftmals 20 Prozent und mehr. Das geht früher oder später an die Substanz.